Schatzjäger


Wenn Richard Garfield ein neues Brettspiel veröffentlicht, liegt die Messlatte für gewöhnlich ziemlich hoch. Daher gilt es nun zu prüfen, ob das bisher wenig beachtete Draftingspiel Schatzjäger mit Magic the Gathering, Anroid Netrunner oder King of Tokyo wirklich mithalten kann.

Schatzjäger

Schatzjäger (© Queen Games)

Richard Garfield ist verantwortlich für einige der erfolgreichsten Spiele der Welt, allen voran Magic the Gathering, welches seit nunmehr 23 Jahren die Existenz vieler Spiel- und Comicläden sichert. Im Herbst 2015 erschien bei Queen Games Schatzjäger, ein familienfreundliches Draftingspiel. Trotz der offenkundigen Bekanntheit des Autors hat man noch nicht allzu viel darüber gehört.

 

 

 

  

Draften, draften und nochmal draften

Spiel

Am besten läuft das Spiel zu dritt.

Bei Schatzjäger geht es darum, innerhalb von fünf Runden das meiste Geld und in der Konsequenz die meisten Punkte anzuhäufen.

Dafür werden zu Beginn einer jeden Runde je zwei zufällige Schätze in die drei Spielregionen (Blau, Grün und Rot) platziert. Einer davon ist der „schwer zu findende“ Schatz, der andere ist der „einfach zu erhaltende“. Zudem werden drei Goblins ausgelegt, die euer Lager zu überfallen versuchen, sobald ihr euch auf Schatzsuche begebt. Außerdem erhält jeder Spieler neun Karten aus dem umfangreichen Kartenstapel. Dann kann das Spiel auch schon losgehen!

Als erstes wählt ihr aus eurer Kartenhand eine Karte aus: Prinzipiell stehen euch unter anderem unterschiedlich starke Helden in  Blau, Grün und Rot zur Wahl, die ihr später in die passenden Regionen schicken könnt. Zusätzlich gibt es Wachhunde, die euer Lager vor den gierigen Goblins beschützen, Geldkarten, die euch am Rundenende Bares bescheren, sowie diverse Aktionskarten zum Verstärken eurer Abenteurergruppen.

Aktionskarten

Aktionskarten sorgen für mehr Flexibiltät.

Nachdem ihr euch für eine Karte entschieden und verdeckt vor euch abgelegt habt, gebt ihr die Kartenhand an den nächsten Spieler weiter. Zugleich sucht ihr aus der neu erhaltenen Kartenhand abermals eine für euch heraus und reicht diese dann weiter. Das macht ihr solange, bis ihr keine Karten mehr weitergeben könnt.

Anschließend werden die Schatzsucher in die jeweiligen Regionen geschickt. Dazu vergleicht ihr die Gesamtstärke eurer jeweils farblich gruppierten Abenteurer. Die Gruppe mit dem höchsten Wert erhält immer den „schwer zu findenden“ Schatz und die Gruppe mit dem niedrigsten Wert (mindestens eins) bekommt den „einfach zu erhaltenden“ Schatz. Interessanterweise gibt es viele unterschiedliche Schätze. So existieren welche, die einfach nur einen Wert haben. Andere ermöglichen Bonuswertungen, die ihr im Laufe oder am Ende des Spiels verwendet. Und dann gibt es noch die verfluchten Schätze, die ihr gar nicht erst haben wollt, weil sie Minuspunkte bringen.

Nachdem alle ihre Schätze einkassiert haben, prüft ihr, ob eure Wachhunde euer Lager vor jenen Goblins beschützen konnten oder ob ihr beraubt wurdet und dementsprechend Geld verliert. Abschließend erhaltet iht es noch Bares für Geldkarten, die ihr noch habt. Und dann beginnt auch schon die nächste Runde.

Nach fünf Runden addiert ihr eure Punkte und kürt den Sieger.

Habe ich schon draften gesagt?

Hunde und Geld

Nur Bares ist Wahres…und die besten Freunde…

Das Spiel selbst besteht zu 95% aus der Tätigkeit des Draftens. Ihr vergleicht also am Ende jeder Runde eure Karten und nehmt, was ihr mittels Draften erspielt habt.

Da ihr jede Runde letztendlich wieder von vorn beginnt, wisst ihr aufgrund der ungeheuren Menge mitgelieferter Karten aber nie, welche dieser Karten sich tatsächlich noch im Spiel befinden. Dadurch sind jede Runde auch nur wenige taktisch wichtige Entscheidung  – insbesondere bei den ersten drei bis vier Karten – möglich.

 

Und sonst so?

Helden

Silvana, Viggo und William kommen mir bekannt vor…

Über die Qualität der Spielmaterialien brauche ich bei Queen Games eigentlich kein Wort zu verlieren. Diese ist wie gewohnt hervorragend  und dem Spiel angemessen. Das Artwork ist familienfreundlich umgesetzt. Einige der Helden sind sogar an bekannte Charaktere aus Romanen, Filmen und Videospielen angelehnt. Lediglich die Karten hätten in Anbetracht der Spielmechanik etwas robuster ausfallen sollen.

Darüber hinaus beschleicht mich das Gefühl, dass bei Schatzjäger einiges aus dem ursprünglichen Design zu Gunsten eines familientauglicheren Spielerlebnisses entfernt wurde. Das ist meines Erachtens auch gelungen. Wer also ein Spiel sucht, um Kindern und Brettspielneulingen das Prinzip des Draftens beizubringen, ist hier gut bedient.

Mein Kollege Jan hat sich Schatzjäger ebenfalls angeschaut: Als Fan von Draftingspielen würde er Schatzjäger jederzeit mitspielen. Leider bietet ihm das Spiel aber nichts Neues und rechtfertigt seiner Meinung auch nicht den Kauf zum vollen Preis. Er wartet lieber auf eine Gelegenheit, es bei einer der bekannten Queen Games Sonderaktionen für einen Zehner abzustauben.

 

Fazit

Insgesamt ist Schatzjäger ein ganz nettes Spiel. Wenn ihr Spaß am Draften habt, werdet ihr einige nette Runden damit verbringen. Aber um langfristig interessant zu bleiben, mangelt es dem Spiel leider an Tiefe, und für „mal schnell zwischendurch“ ist es wiederum etwas zu lang. Persönlich empfinde ich es als unterhaltsam.

Du willst wissen, wie wir bewerten? Du erfährst es nach einem Klick.

 

Schatzjäger

Queen Games

Ab 8 Jahren

2-6 Spieler

ca. 40 Minuten

 

Queen Games 10173 Schatzjäger, Brettspiele

Price: EUR 17,54

4.3 von 5 Sternen (10 customer reviews)

8 used & new available from EUR 12,40

Christian Turkiewicz

Liest bevorzugt Regeln zu Brett- und Rollenspielen. Liebt Bingewatching, hat aber keinen TV-Anschluss.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele, Pen&Paper, Serien

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