Es geht um Leben und Tod… oder um ein Buch


Das Traktat Middoth, nach der gleichnamigen Erzählung von M. R. James, ist die 106. Folge des Gruselkabinetts, in welcher der jungen Bibliothekar Mr. Garrett vor ein Rätsel gestellt wird.

Ein mysteriöser Geistlicher

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Nein, das gezeichnete Bild von Ertugrul Edirne stellt keinen Nosferatu aus Vampire: The Masquerade da. Ist jedoch genauso schauerlich anzusehen.

Im Jahr 1895 betritt John Eldred (Bernd Rumpf) eine der berühmtesten Bibliotheken Englands und bittet den zuvorkommenden Angestellten William Garrett (Constantin von Jascheroff) darum, ihm ein ganz bestimmtes Buch aus der hebräischen Abteilung zu besorgen. Der angestammte Platz des Buches ist aber leer. Mr. Garrett sieht nur noch einen Geistlichen im dunklen Gewand verschwinden.

Als er dies John Eldred berichtet, wird dieser plötzlich panisch und beschließt lieber, erst am nächsten Morgen wieder zu kommen. Bereits am Abend stellt Mr. Garrett fest, dass jenes Buch wieder an seinem gewohnten Platz steht. Von dem Geistlichen (Rainer Gerlach) fehlt jede Spur.

Wie versprochen erscheint John Eldred am darauffolgenden Tag und schickt Mr. Garrett abermals in die hebräische Abteilung. Dieses Mal kehrt er jedoch nicht zurück. Der junge Bibliothekar wird zunächst ohnmächtig aufgefunden, dann aber von seinem Arbeitgeber nach Hause geschickt und letztlich noch dazu genötigt, sich einige Tage freizunehmen. Was die anderen jedoch nicht wissen: Mr. Garrett hat den Geistlichen ein weiteres Mal gesehen. Dessen Äußeres hat den jungen Mann so sehr verängstigt, dass er einen Schwächeanfall erlitt.

Von nun an scheint die mysteriöse Gestalt den jungen Mann zu verfolgen und treibt ihn zu Mrs. Mary Simpson (Herma Koehn) und ihre Tochter Maggie (Cathlen Gawlich). Diese können anscheinend ein wenig Licht ins Dunkle bringen, doch nur William Garrett vermag das Rätsel gänzlich zu lösen.

Eine Frage bleibt…

In diesem Hörspiel wirken sehr viele Sprecher mit. Ein auktorialer Erzähler hilft uns dabei durchgehend den Überblick zu wahren. Wie beim Gruselkabinett üblich werden alle Sprecherrollen wieder mit sehr berühmten und talentierten Stimmen besetzt – auch wenn ich eine der Frauen bei ihren ersten Worten für einen älteren Mann gehalten habe. Besonders hervorheben möchte ich hier jedoch den Sprecher Rainer Gerlach, der seiner Figur eine hämische, unheimliche und mächtige Stimme verleiht. Ihr Gegenteil findet sich in der Sprecherin Herma Koehn, die einen sanften und mütterlichen Ton anschlägt, um ihrer Figur eine unverwechselbare Sympathie zu verleihen.

Die Musik spielt mit sanften Klängen und bedacht eingesetzten tieferen Tönen, die jede Handlung im optimalen Maße begleitet.

Für mich immer wieder befremdlich sind jene Momente, in denen eine Figur einen Monolog führt, um dem Hörer die Situation zu schildern. Insbesondere an unheimliche Stellen stört mich derlei Geplapper ungemein.

Mein Problem mit der Geschichte ist jedoch vielmehr die Motivation des Übernatürlichen. Vielleicht liegt es daran, dass ich die literarische Vorlage von M. R. James nicht kenne, doch am Ende bleibt in mir ein großes Fragezeichen zurück, welches ich trotz mehrmaligem Hören einfach nicht abschütteln kann. Wer also nach dem Hören eine Antwort darauf hat, darf mir gerne eine Mail schreiben.

Fazit

Was soll ich sagen? Das gezeichnete Cover, die Musik, die Sprecher und die Geschichte harmonieren sehr gut miteinander. Das Traktat Middoth gehört meiner Meinung nach mit zu den besten Hörspielen aus dem Gruselkabinett und ist definitiv empfehlenswert.

Was bedeutet diese Wertung? Klickt hier und findet es heraus.

 

Das Traktat Middoth
Autor: M. R. James
Laufzeit: 60 Minuten
Verlag: Titania Medien
 

Das Traktat Middoth

Price: EUR 7,99

3.9 von 5 Sternen (11 customer reviews)

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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