Justice League – Hero Dice


In dieser Rezension werden gleich zwei Spiele behandelt, bei denen es einfach keinen Sinn macht, sie getrennt von einander zu testen: Justice League – Hero Dice sind nämlich einzelne, aus Karten und Würfeln bestehende Sets, die für einen Spieler gemacht und thematisch auf genau einem Superhelden zugeschnitten sind. Werden mehrere Sets miteinander kombiniert, entsteht daraus ein kooperatives Spiel. Bislang sind Superman und Batman erhältlich.

Ausstattung

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Superman-Set

Jedes Set enthält einen Heldenbogen mit den wichtigsten Regeln sowie mehrere Karten, Würfel und Marker. Die Karten umfassen dabei nicht nur Spezialfähigkeiten für den jeweiligen Helden, sondern auch die zu bekämpfenden Schurken und die vor letzteren zu beschützende Stadt.

Die Würfel sind vergleichsweise groß und von hoher Qualität. Die motivische Ausgestaltung aller Karten entspricht dem aktuellen Design der DC Comics. Sie gefällt mir wirklich gut. 

Besonders hervorzuheben ist aber auch die Spielbox, die durch einen Magnetmechanismus sehr elegant verschlossen wird. Insgesamt ein großes Lob für das Material.

Kniffel mit Superhelden

Würfel, die mehrmals hintereinander gewürfelt und nach jedem Wurf beiseite gelegt werden? Das klingt doch nach Kniffel. Ja, auch bei Justice League handelt es sich um eine der vielen Abwandlungen des Klassikers.

Ziel des Spiels ist es, die jede Runde aufs Neue auftauchenden Schurken daran zu hindern, in die Stadt einzudringen. Hierzu erhält jeder Spieler einen Satz Würfel, dessen Funktionsweise sich von Held zu Held sichtlich unterscheidet. So hat beispielsweise Superman drei blaue, zwei gelbe und einen roten Würfel. Nach jedem Wurf muss er die Würfel einer kompletten Farbe zur Seite legen. Die Würfel besitzen die folgenden Symbole: 

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Batman-Set

Das Superman-Symbol fügt dem bekämpften Schurken einen Schadenspunkt zu, solange im gesamten Wurf kein Kryptonit auftaucht. Kryptonit kann durch Hitzeblicke oder Frostblicke egalisiert werden. Nach drei Würfen wird bei Superman geschaut, welche Symbole erwürfelt wurden. Daraus errechnet sich dann der Schaden, den der gerade zu bekämpfende Bösewicht erleidet. Besiegt ihr den Schurken, verschwindet die Karte im Ablagestapel. Gelingt es euch jedoch nicht, bleibt sie vor der Stadt liegen. In jeder Runde kommen dann so viele neue Schurken hinzu wie Helden am Kampf beteiligt sind. Erreichen die Schurken eine gewisse Gesamtstärke, wandern sie direkt in die Stadt. Am Ende des Spiels straft euch jeder Gegner, der es in die Stadt geschafft hat, mit zwei Minuspunkte. Daraus ergibt sich letztendlich die Gesamtpunktzahl, die euer Team erreicht hat. 

Die Batman-Würfel funktionieren hingegen etwas anders: Einerseits muss immer ein Batmobil-Symbol vorliegen, damit ihr überhaupt ein weiteres Mal würfeln dürft. Und andererseits müsst ihr Bat-Symbole sammeln und Wunden vermeiden. 

Single-Player vs. Koop

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Superman vs. Joker; Batman vs. Metallo

Spielt ihr allein, kämpft ihr mit dem entsprechende Helden nur gegen seine korrespondierenden Schurken. Folglich muss es Superman  unter anderem mit Lex Luthor und Metallo aufnehmen, während Batman dem Joker und Poisen Ivy Einhalt gebieten muss. Die meisten Bösewichte haben noch einen entsprechenden Nachteil für den dazugehörigen Helden abgedruckt, der deren Bekämpfung zusätzlich erschwert. Da im Teamspiel der Schurkenstapel gemischt wird, kann hier auch Superman den Joker in die Wüste schicken. Der entsprechende Nachteil hat dann keine Wirkung. Zu zweit (oder mehr) ist das Spiel also deutlich einfacher.

Im Solo-Spiel geht es vielmehr darum, seinen eigenen Highscore zu verbessern. Bei einem derart glückslastigen Spiel kann der jeweilige Spieler jedoch zumeist nur wenig Einfluss darauf nehmen. Ich empfehle deshalb ganz klar das kooperative Zusammenspiel. Hier könnt ihr euch viel besser abstimmen, wer sich welchen Angreifer vorknöpft. Die Emotionen über verpatze oder gelungene Würfe werden geteilt und allgemein macht es einfach viel mehr Spaß zusammen, die Bösewichte zu verprügeln. 

Vielversprechende Aussichten

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Batman in Aktion

Da das Spiel ja Justice League – Hero Dice heißt, liegt die Vermutung nahe, dass hier noch weitere Heldensets folgen werden. Flash und Green Lantern sind sogar bereits angekündigt und werden noch  im Sommer erscheinen. Aquaman, Wonder Woman und vermutlich auch Cyborg sollen noch folgen. Jeder Held wird, so hoffe ich zumindest, seinen eigenen Würfelmechnanismus mitbringen und das Spiel weiter bereichern. Tatsächlich kann ich es kaum noch abwarten, ab Sommer mit bis zu vier individuellen Helden gegen allerlei Schurken anzutreten. 

Fazit

Wer nur ansatzweise etwas mit dem Superhelden-Universum von DC anfangen kann und nicht eine völlige Abneigung gegenüber Würfelspielen besitzt, muss hier zuschlagen. Ich freue mich schon riesig auf die neuen Sets und die Möglichkeit, das Spiel auch mit mehr als zwei Spielern zu spielen. Die abwechslungsreichen Spielmechaniken und das hervorragende Material mit schicker Optik machen das Spiel für mich zu einem Pflichtkauf.

Was bedeutet diese Wertung? Klickt hier und findet es heraus.

 

Justice League – Hero Dice

Autor: Andreas Schmidt

Verlag: Heidelberger Spieleverlag

Pro Set ein Spieler

15 Minuten

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4.4 von 5 Sternen (14 customer reviews)

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Jan Kempf

Ist Anhänger des analogen Spielens zu Tisch. Ein wahrer Wettkampf findet für ihn immer noch im Angesicht seiner Gegner statt.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele

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