Clonk!


Anscheinend fliegen ab und an Spiele offenbar unter dem Radar. Während einige einen riesigen Hype erfahren, weil ihnen beispielsweise schöne Miniaturen beigelegt sind, erscheinen andere nur auf Blogs für Insider. Clonk! gehört wohl zu jenen Spielen, die leicht übersehen werden. Zu Recht…?

Ein Debut

Boxcover

Witzig sieht es ja schon mal aus. (© Hutter-Trade)

Clonk! ist Michael Xuerebs erstes Spiel, das einen Verlag gefunden hat. Deshalb gibt es – abgesehen von der Aufmachung des Spiels und der Erfahrung, dass die Marke HUCH! & Friends vom Hutter Trade Verlag sich meist klassischer Familienspiele annimmt – erst einmal nicht sehr viele Informationen.

Dadurch könnt ihr eigentlich vor dem ersten Anspielen kaum wissen, was euch im Spiel erwartet. Vermutlich ist das auch einer der Gründe, warum Clonk! bisher kaum jemand kennt. Aber das kann sich ja noch ändern…

 

 Ab unter die Erde

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Wir haben uns mal wieder auf eine Runde Clonk! geeinigt.

In Clonk! spielt ihr schürfwütige Zwerge, die versuchen, möglichst viele wertvolle Gegenstände wie Kristalle aus den Minenschächten zu bergen, ohne dabei das schlafende Monster zu wecken. Natürlich gibt es dabei bestimmte Regeln zu beachten.

Zu Beginn erhält jeder von euch zwei Auftragsplättchen, die euch zeigen, für welche Kartenfarbe und welche Gegenstände ihr am Ende des Spiels Bonusmünzen erhaltet. Daraufhin entscheidet ihr euch, welches der beiden Plättchen ihr für alle anderen sichtbar auslegt. Das zweite Plättchen bleibt verdeckt und somit euer Geheimnis. Außerdem erhaltet ihr noch einige Handkarten, von denen ihr widerum eine als Startkarte in eure Lore legt.

Hier wird geschürft.

Die fünf Schächte liegen aus: Hier wird geschürft.

Dann beginnt auch schon die erste Runde: Zum einen dürft ihr, sobald ihr am Zug seid, bis zu vier Schatzkarten aus den Schächten nehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass entweder die Farbe oder der Gegenstand der Wunschkarte der zuletzt von euch aufgenommenen Karte entspricht.

Hattet ihr euch zum Beispiel als letztes eine gelbe Karte mit Schwert angeeignet, so muss die nächste Karte entweder gelb sein oder eben ein Schwert besitzen. Dabei dürft ihr immer nur eine der zuoberst liegenden Karten aus den fünf Schächten schürfen.

ein leeres Tableau

Ein leeres Tableau…

und ein gut gefülltes

… und ein gut gefülltes Tableau

Solltet ihr weniger als vier Karten nehmen können oder wollen, erhaltet ihr für jeden noch offenen Platz auf eurem Tableau die dort abgebildete Karte. Das können Schnarchkarten mit drei Augensymbolen (dazu später mehr), Kawummkarten zum Wegsprengen im Weg liegender Karten  und normale Schatzkarten sein, die ihr auf die Hand nehmt. Diese Handkarten dürft ihr genauso spielen und auf euer Tableau legen wie die den Schächten zu entnehmenden Schätze.

Während die Schnarchkarten definitiv schlecht für euch sind, kann es durchaus sinnvoll sein, mal auf ein paar Schätze zu verzichten, um an eine Kawummkarte zu kommen, die euch später gute Dienste erweisen kann. Außerdem erhaltet ihr, wenn ihr das Tableau nicht füllt, immer eine Extrakarte auf die Hand. Unter euren Handkarten wählt ihr dann sogar eine aus, die ihr zurück in einen der Schächte legt.

Aber leere Tableaufelder bergen auch Risiken: In eurem Zug dürft ihr nämlich eine Schatzkarte einem eurer Mitspieler auf ein leeres Tableaufeld legen, vorausgesetzt, die Karte hat entweder die gleiche Farbe oder den gleichen Gegenstand wie seine zuletzt genommene. Warum ihr das tun wollt? Ganz einfach: Einerseits versperren euch manchmal Schatzkarten den Zugang zu einer bestimmten Karte, die ihr unbedingt haben mögt. Andererseits gibt es Schatzkarten mit Augensymbolen oder ihr seht, dass euer Mitspieler mit seiner ausliegenden Karte keine guten Optionen mehr hat, sobald er an der Reihe ist.

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Für die Vergesslichen gibt es einen Startzwerg. Bei uns passt er auf die Sonderkarten auf.

Der Wert einer Karte wird letztlich durch Münzen angezeigt. Das Augensymbol zeigt an, wie viel Lärm ihr beim Schürfen macht. Je mehr Augensymbole ihr ansammelt, desto mehr Krach macht ihr logischerweise. Und wer am Ende des Spiels, sobald das Monster erwacht, den meisten Lärm gemacht hat, lässt vor Schreck die Hälfte seiner Beute fallen und muss folglich seine Münzen halbieren. Dabei zählen aber nicht nur die Münzwerte auf den Schatzkarten, sondern auch die Bonusmünzen eurer beiden Auftragsplättchen. Der Zwerg mit den meisten Münzen gewinnt.

Ein Spiel für kleine und große Zwerge

Das Spielprinzip bei Clonk! ist sehr einfach. Wer Uno begriffen hat, kann auch Clonk! lernen. Damit ist das Spiel für Kinder und Familien gleichermaßen geeignet. Wer möchte, kann aber einiges an Denkleistung in das Spiel investieren: seine Züge optimieren, Augensymbole mitzählen und Mitspieler beeinflussen. Dazu sollten dann aber auch alle am Tisch bereit sein, denn das Kalkulieren des idealen Spielzuges kann unter Umständen zu längeren Wartezeiten führen.

Das Material ist schön gestaltet und von angemessener Qualität. Lediglich die schwarzen Kartenränder werden sich über die Zeit abnutzen. Wer wie ich mit Kindern oder anderen Personen spielt, die nicht so achtsam mit Spielkarten umgehen, hätte sich über ein etwas robusteres Design gefreut.

Fazit

Clonk! ist zwar kein Meisterwerk, aber dennoch ein hervorragendes Kartenablegespiel, das viele Geschmäcker bedienen kann. Damit eignet es sich perfekt für Gruppen mit verschiedenen oder gar wechselnden Spielertypen. Insgesamt erachte ich es als Pflichtkauf. Auf eine Runde Clonk! können wir uns nämlich immer einigen.

 

Clonk!

Autor: Michael Xuereb

Verlag: Huch & Friends / Hutter Trade Verlag

Spieleranzahl: 2-4

Dauer: 30 Minuten

Alter: 8+

Huch & Friends 879349 – Clonk, Brettspiel

Price: EUR 20,95

3.7 von 5 Sternen (3 customer reviews)

36 used & new available from EUR 15,99

Christian Turkiewicz

Liest bevorzugt Regeln zu Brett- und Rollenspielen. Liebt Bingewatching, hat aber keinen TV-Anschluss.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele, Pen&Paper, Serien

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