Geburt des Rollenspiels MAGUN – Kapitel 3: Der Schritt in die Öffentlichkeit


Nach all den Jahren der Testrunden, Regeländerungen, Weltausarbeitung und des Balancings wuchs das Verlangen, MAGUN endlich für mehr als nur ein Dutzend Leute zugänglich zu machen.

Der Veröffentlichung entgegenfiebern

Mit diesem Verlangen kamen aber auch Erkenntnisse und Bedenken. Da ich als freischaffender Illustrator und angestellter Kommunikationsdesigner die Produktionskosten und Wege kenne, war mir klar, dass das nicht ganz einfach wird, wenn man es gut machen will. Zu dem organisatorischen Aufwand kommen natürlich noch die Bedenken darüber, wie gut das System und die Welt bei Nichteingeweihten ankommt. Zudem ist die Konkurrenz groß, der Markt verhältnismäßig klein und die Community zuweilen sehr hart.

Den Schritt zur Veröffentlichung wollte ich schon vor drei Jahren machen, doch dann wurde ich Vater und war plötzlich mit anderen Dingen beschäftigt, als an einer Phantasiewelt zu arbeiten. Im Nachhinein muss ich sogar sagen, dass es gut war, dass ich es damals noch nicht veröffentlicht habe und eine Pause von der ganzen Welt hatte. Meine Testgruppe hat zwar auch noch gespielt und ich habe immer weiter daran gearbeitet, doch mit großen Abständen. So konnte ich die Welt von MAGUN allmählich wieder von außen betrachten.

Ich steckte so tief in dem Projekt drin, dass mir viele Ungereimtheiten, Fehler oder Macken nicht mehr auffielen. Die Pausen haben viele Verbesserungen mit sich gebracht. Es starben noch einige weitere zu starke Klischees, Namen wurden geändert und einige Kleinigkeiten in der Weltgeschichte konnten besser beschrieben werden.

Völlig neue Testspieler inklusive einem bis dahin regelwerkfremden Spielleiter konnten in die Welt hineinschnuppern, während ich in der Ecke saß und Notizen machte: Wie hat der Spielleiter die Welt aufgenommen? Wie gibt er sie wieder? Wie reagieren die SpielerInnen auf die Welt und wie viel nehmen sie aus ihren bisher gespielten Regelsystemen mit in diese Welt?

Vom Spielleiter zum Beobachter

Bei den Testrunden, denen ich wirklich nur als Beobachter oder als Spieler beiwohnte, konnte ich ein paar Dinge feststellen, die ich unabhängig von einer Veröffentlichung sehr spannend finde.

Gelegentlich wurden Ideen in bekannte Konzepte gezwängt oder Ideen, die nicht in klassische Klischees eingeordnet werden konnten, wurden als “ignoriere ich einfach” abgehakt oder abwertend kommentiert. Meistens, weil es nicht einem bestimmten Konzept des gespielten Lieblingsrollenspiels entsprach. Das finde ich sehr schade, kann es aber auch nachvollziehen. Wir sind alle Gewohnheitstiere und bei mir selbst hat es auch lange gedauert, einige Dinge aufzugeben.

Der letzte Schliff

Nach letzten Verbesserungen und Überarbeitungen traute ich mich nun endlich doch, setzte mir eine eigenen Deadline für das Schalten der Homepage und damit auch für die Schaltung der Kickstarter-Seite, denn mein Ziel ist es, das Buch zur SPIEL 2016 im Oktober fertig zu haben.

Seit der Schaltung der Seite und spätestens seit dem Start bei Kickstarter komme ich zu nichts anderem mehr. Meine Comicseite ist pausiert, Kundenprojekte brauchen länger als gehofft und andere Ideen, an die ich mich machen wollte, ruhen erstmal so lange, bis MAGUN endlich via Post aus meinen Haus verschwunden ist. Die Arbeit am letzten Feinschliff, die Verwaltung der Community und Pflege des Contents für Homepage und Kickstarter ist ein gut füllender Nebenjob.

Und so sehr ich MAGUN liebe, ich bin heilfroh, wenn ich nach der Veröffentlichung eine kurze Magunpause machen kann und auch mal wieder etwas anderes ins Auge zu fassen vermag.

Auf der Zielgeraden

Das Projekt läuft super. Inzwischen ist das Finanzierungsziel mit über 400% erreicht worden – eine Summe, mit der ich nie im Leben gerechnet habe. Das freut mich wahnsinnig und es motiviert auch sehr! Ich will MAGUN keine Einzelerscheinung werden lassen. Ich möchte für alle, die es spielen, mehr Material produzieren: Quellenbücher, Karten etc. Und so schlimm es auch klingen mag, ich habe schon Ideen für MAGUN 2.0 – allerdings ist das eine sehr zeitintensive Sache, die noch einige Jahre in der Zukunft liegt.

Insgesamt freue mich auf die Veröffentlichung und ich bin sehr gespannt, wie weit die Welt von MAGUN noch wachsen kann und wird.

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So könnte das fertige Regelwerk aussehen (© Leander Aurel Taubner).

 

Wer mag dieser mysteriöse Gastautor sein? Ist es der Typ da drüben, die Frau da hinten oder gar du? Wenn du Interesse hast, auch mal Gastautor zu spielen, dann melde dich einfach bei uns.
Haupttehmen: Alles

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