Ohne Internet: ObsCure


ObsCure ist ein Horrorspiel, welches an einer Schule spielt und sich am Horrorfilm The Faculty orientiert. Schauriger Spaß zu zweit oder ein einziger Graus?

ObsCure war ein Geschenk von einem Freund, der wusste, wie sehr ich auf Horrorspiele stehe. Wir spielten den ersten Teil an einen Abend zweimal durch. Das Spiel beginnt mit einem Musikvideo, welches uns vier der fünf spielbaren Charaktere zeigt, die rein theoretisch die ganze Geschichte überleben können.

Prolog und Charaktere 

Danach übernimmt der erste Spieler, in diesem Falle ich, die Steuerung von Kenny. Wir (bzw. ich) können ein paar Körbe werfen, bevor es in die Umkleidekabine geht. Telefonisch von unserer Freundin abgelenkt, entwendet jemand unsere Sachen. Wir verfolgen den Dieb und aktivieren dabei Kennys besondere Fähigkeit schneller zu laufen. Auf dem Schulgelände findet sich ein Kellergewölbe. Ausgerüstet mit einer Taschenlampe, die ich mit Klebeband an einer Pistole befestige, geht es mutig hinab. Nach einer kurzen Laufstrecke darf endlich mein Kumpel ins Spiel einsteigen: Kenny trifft nämlich auf einen sehr kränklichen und abgemagerten Jugendlichen, der sich kaum noch auf den Beinen halten kann.

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Der Untertitel des Spiels fässt eigentlich sehr gut zusammen, was es zu diesem Spiel zu sagen gibt.

Der schwächelnde Junge schnappt sich in einer kurzen Cutscene ebenfalls eine Schusswaffe und dann werden wir auch schon von ersten Monstern angegriffen. Mit dem bereits angeschlagenen Charakter hat mein Kumpel eigentlich keine Chance und auch ich muss feststellen, dass meine Munition aufgebraucht ist. Ich versuche zu flüchten, doch vergeblich…

Am nächsten Tag sorgen sich Kennys Freunde um diesen, da er nicht nach Haus gekommen ist. Seine Schwester Shannon, seine feste Freundin Ashley und der Schreiber der Schülerzeitung Josh beschließen, nach der Schule länger zu bleiben, um nach dem Verschwundenen zu suchen.

Von nun an können mein Kumpel und ich zwischen den drei Charakteren frei wechseln, solange wir uns an unserem Sammelpunkt befinden. Er entscheidet sich für Shannon, die beim Drücken der Quadrat-Taste ihre besondere Fähigkeit aktiviert und uns Hinweise zu Rätseln gibt. Meine Wahl fällt auf Ashley, die als Cheerleader sportlich begabt ist und somit kräftig Schläge austeilen (und hoffentlich auch einstecken) kann. Im späteren Verlauf kann die Gute dann sogar schneller ballern.

Wir erkunden die Schule und sterben!

Wir ziehen also mit den beiden Damen los, die Schule zu erkunden. Der erste Makel wird sichtbar: Lauf ich zu weit vor, ist mein Kumpel nicht mehr mit auf dem Bildschirm. Blind muss er sich “vortasten”. Besonders im späteren Verlauf des Spiels ein gefährliches Handicap. Denn tot heißt hier auch tot. Es gibt keine Möglichkeit den anderen wieder zu beleben. Nur seine Sachen können wir uns dann noch nehmen. Das bedeutet, wir teilen uns zu zweit stets fünf Spielfiguren bzw. Leben. Egoistisches Spielen ist hier also nicht angebracht. Das Ableben des Anderen kostet auch das eigene Leben. Natürlich kann man neu laden und trotz begrenzter Speichermöglichkeiten wäre dies ohne Problem möglich, aber… langweilig.

Ausrüstungstechnisch bietet sich uns nicht viel: Baseballschläger, Brecheisen, Schusswaffen und – ganz wichtig – Taschenlampen, die wir mit Tape an den Fernkampfwaffen befestigen können. Unsere Gegner sind nämlich lichtempfindlich. Lebensenergie können wir durch Energiedrinks aufladen. So wurde immer fröhlich auf den Automaten herum gedroschen.

Die Rätsel sind einfach. Dafür können wir viele Gegenstände verschieben, Texte lesen (wer etwas zu der Hintergrundgeschichte wissen möchte, sollte dies auch tun), auf dem Teampartner herumklettern, um an hoch gelegene Objekten heranzukommen, und Fenster zerschlagen. Unterwegs treffen wir Stan, der sich unserer Gruppe anschließt und rein theoretisch Schlösser knacken kann. Wir haben es jedoch ehrlich gesagt nie ausprobiert.

Anfänglich kommen wir trotz mehrmaligem Verirren recht zügig voran. Wir schaffen die Gegner meist rasch zu eliminieren, ohne das wir großen Schaden nehmen. Zum Ende hin läuft dann aber so einiges verkehrt: Silent Hill -artige Gegner krabbeln an der Decke entlang und bescheren uns ein erstes Ableben, als ich mit Ashley versucht habe, Shannon zu schützen, doch ich überschätzte ihren Schlagskill deutlich.

Ich wechsele auf Josh, der die praktische Fähigkeit hat uns zu sagen, ob etwas Wichtiges im Raum zu finden ist. Doch auch mein Kumpel ist bald genötigt, seine Spielfigur zu tauschen, als die gute Shannon durch einen Fehler unsererseits in einer Cutscene zerquetscht wird.

Am Ende des Spiels lebt zumindest noch eine Figur. Belohnt wird dies durch ein alternatives Outfit. Wir ließen das Spiel  fünf Minuten sacken und starten daraufhin in Runde Nummer Zwei. Dieses mal überleben alle.

An der Universität geht es weiter

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Auch an der Universität lernen wir Dinge, die wir eigentlich gar nicht lernen wollen oder brauchen.

Ungefähr ein Jahr später spielten wir dann die Fortsetzung. Der Schauplatz ist nun eine Universität. Die Macher des Spiels setzen mit der Prämisse an, dass alle fünf Figuren die Geschehnisse des ersten Teil überlebten. Dennoch können wir von diesen nur noch drei spielen: Shannon, Kenny und Stan. Dafür werden uns neue Charaktere an die Hand gegeben, das Gelände ist deutlich größer, das Spiel länger und die Kamera noch immer eine Katastrophe. Den wahren Makel sehe ich hier jedoch an einer anderen Stelle: Dieses Mal ist durch die Verteilung der Spezialfähigkeiten festgelegt, wen wir wann spielen sollen und es ist durch die Story vorgegeben, wer wann stirbt. Beißt einer ins Gras, der (noch) nicht sterben soll, heißt es Game Over und es muss aufs Neue geladen werden. Dadurch geht einiges an Spannung und Händeschwitzen verloren. Die Charaktere selbst wachsen einem auch nicht mehr wirklich ans Herz, da die Gruppe deutlich größer ist und der Fokus nur auf einzelne Personen gelegt wird.

Fazit

ObsCure ist ein faszinierendes Spiel, welches es geschafft, Horror und Multiplayer miteinander zu verbinden. Zwar gibt es hier und da einige Designmängel, aber insbesondere der erste Teil ist für einen spannenden Abend zu zweit eine gute Wahl. Zusätzlich punktet das Spiel durch sein Schul-Setting, welches jedem vertraut sein sollte und damit eine viel bessere Stimmung aufbauen kann. Über den Sinn und Unsinn der Spezialfähigkeiten lässt sich streiten, aber es verleiht den Figuren zumindest mehr Charakter. Wer hätte gedacht, dass schneller Laufen mal die geilste Fähigkeit überhaupt sein kann? Ein klare Empfehlung für ein schauriges Spielerlebnis zu zweit. Und schaut euch unbedingt danach The Faculty an.

Wie bewerten wir? Lest hier nach.

 

ObsCure
Plattform: PS2, PC, Xbox, Playstation Portable
Genre: Horror

Obscure

Price: EUR 29,95

4.5 von 5 Sternen (25 customer reviews)

18 used & new available from EUR 7,02

 

ObsCure II
Plattform: PS2, PlayStation Portable, Wii, PC
Genre: Horror

Obscure 2

Price: EUR 39,90

4.0 von 5 Sternen (21 customer reviews)

15 used & new available from EUR 4,60

 

Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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