What are your fears?


Schon vor einer Weile mochten wir eure Aufmerksamkeit auf den Verlag Comic Republic lenken. Nun ist es aber auch höchste Zeit, euch einen der kostenlosen Comicbände vorzustellen. Da es Liebe auf den ersten Blick war, möchte ich heute einen kurzen Einblick in die Comicreihe Eru geben.

Auf der Startseite des Comic Republics Verlags wird uns mit einer Slideshow ein Vorgeschmack dessen geboten, was uns erwartet. Eru erweckte durch eine “sympathisch” aussehende Figur und den Worten “Fear is very real” recht schnell meine Aufmerksamkeit.  Am oberen rechten Seitenrand gelangt man zu den Comics, einer Galerie und einer Charakterübersicht. Ich ignorierte vorerst die beiden anderen Möglichkeiten und begab mich sofort zu meinem begehrten Leseobjekt.

Ein virtuelles Leseerlebnis

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Eru sieht trotz Cape nicht wie der klassiche Held aus. (© Comic Republic)

Eigentlich bin ich kein großer Freund des Lesens von Online-Inhalten. Das Gefühl und der Geruch von Papier ist für mich ein wichtiger Bestandteil des Erlebnisses. Nichtsdestotrotz war ich überrascht, dass mir Comic Republic bei einem kostenlosen Angebot nicht einfach nur eine PDF in die Hand drückte, sondern sich auch sehr viel Mühe gegeben hat, das virtuelle Lesen möglichst realistisch zu gestalten. So ertönt nämlich das aus diversen Videospielen bekannte Buchblättergeräusch, während ich gespannt eine Comicseite nach der anderen per Mausklick umschlage.

Weiterhin bietet die Homepage die Möglichkeiten den Comic im Großformat mit unterschiedlich starken Zoomfaktoren zu genießen, um das Lesen der Textboxen zu vereinfachen und sich Details genauer anzusehen. Der Comic selbst wird mit einem passenden Hintergrund präsentiert. Anstatt einer simplen Tischunterlage haben wir zum Beispiel beim ersten Eru Band ein nächtliches Waldbild, welches uns begleitet und die Stimmung wortwörtlich untermalt.

Die erste Doppelseite in Eru präsentiert uns den dunkel gekleideten gleichnamigen Protagonisten mit weißem Gesicht und gelb glühenden Augen an einer Häuserwand – im Hintergrund ein blauer Nachthimmel mit funkelnden Sternen und eine transparente Uhr mit römischen Ziffern. Das Bild wirkt idyllisch, beinah beruhigend und die Frage “Was erwartet mich hier eigentlich?” drängt sich mir auf.  Das nächste Bild zeigt mir die gleiche Szene nur mit dem Unterschied, dass der rechte Teil noch nicht koloriert ist. Auf Seite sechs und sieben noch mal das Gleiche, diesmal gänzlich farbenleer. Ich werde ein wenig ungeduldig, immerhin hat der erste Band nur vierzehn Seiten. Die nächsten Seiten wieder das erste Bild. Doch dieses Mal sieht es anders aus. Das idyllische Blau ist einem blutroten Ton gewichen und es geht endlich los.

Ich nutze die Zoomfunktion, da in der normalen Ansicht der Text doch etwas zu klein für mich ist. Für diejenigen, die es im ersten Moment vielleicht nicht gleich sehen: Ihr könnt die Leiste für Zoomfunktionen frei auf dem Bildschirm verschieben, sodass sie nie das Bild stört.

In rot umrandeten Textboxen beginnt Eru sich vorzustellen. Er spricht den Leser direkt an. Ähnlich wie Batman betitel er sich selbst und stellt sich als “lord of fear” und “king of the night” vor.

Im recht ernsten Ton erläutert er uns die Situation. Ich fühle mich abermals ein wenig an Batman erinnert… bis zu dem Satz “Tonight evil has come to play games… I like to play games!

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Der Comic bietet uns Einblicke in Erus Gedanken und Persönlichkeit. (© Comic Republic)

Ein ganz besonderer Held

Eru ist nicht ganz so ernst und böse, wie er auf den ersten Blick scheint. Er hat einen etwas eigenwilligen Humor wie sich im zweiten Band zeigen wird. Denn der erste Band endet mit dem Beginn des ersten Kampfes. Es ist ein kleiner Teaser, was in den folgenden Bänden passieren wird und zumindest mich hat es dazu angeregt, gleich die nächsten zwei Bände zu lesen.

Die Zusammenarbeit von Tobe Max Ezeogu und Ozo Ezeogu haben einen sehr detailreichen Comic hervorgebracht, der es versteht, mit Farben und den richtigen Feinheiten mich in seinen Bann zu ziehen. Obwohl Eru einen sehr düsteren Eindruck macht, beschränkt sich das Team nicht auf schwarz und grau, sondern schafft es trotz knalliger Farben wie Gelb und Rot die Stimmung zu halten, ohne dass diese Farben in irgendeiner Weise störend wirken würden.

Die Panels sind nicht so strukturiert, wie man es von DC oder Marvel kennt, dennoch ist der Lesefluss sehr angenehm und gerät nie ins Stolpern. Die Art, wie Eru spricht beziehungsweise denkt, fesselt mich ebenfalls sehr. Er ist nicht ganz so wortkarg wie Batman, aber auch keine Labertasche wie Deadpool. Eigentlich ähnelt er in keinster Weise den gängigen Helden aus dem amerikanischen Raum, obwohl ich es insbesondere auf den ersten Seiten natürlich nicht lassen konnte, Vergleiche zu ziehen.

Doch Eru ist für mich etwas ganz Besonderes. Er hat etwas geschafft, was die meisten Helden bei mir eben nicht schaffen: Ich mag ihn und finde ihn interessant. Er steht und fällt nicht durch einen Antagonisten, sondern vermag die Story auch alleine lebendig zu gestalten und den Leser zu unterhalten.

Fazit

Kostenlose Sachen sollte man meiner Meinung nach selten ausschlagen. Im Falle vom Eru Comic wäre es als Comicleser sogar eine wahre Schande, nicht mal einen Blick hineinzuwagen. Damit eine klare Pflicht!

Hier geht es zu: Eru

Wie bewerten wir? Lest hier nach.

 

 

Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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