Halloween: Empfehlungen für den Spieleabend


Der Halloween-Abend bietet sich hervorragend für einen Spieleabend an. Inzwischen gibt es eine sehr große Anzahl an Spielen aus dem Horrorbereich, sodass mir die euch zu präsentierende Auswahl sehr schwer gefallen ist. Ich habe mich jetzt für einen absoluten Klassiker und ein Spiel des letzten Jahrgangs sowie drei erst vor kurzem erschienene Spiele entschieden. 

Cthulhu für die Hosentasche

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Auslage von Pocket Madness

Spieleabende werden am besten mit einer kleinen Spielerei zum Einstieg begonnen. Meine Wahl ist hier auf Pocket Madness von FunForge gefallen, das erst vor kurzem auf der Messe erschienen ist. Das Spiel gibt es bislang nur in englischer und französischer Sprache. Es genügt aber, wenn einer am Tisch des Englischen bzw. Französischem mächtig ist.

Der Kartenstapel, bestehend aus Karten mit den Zahlenwerten sechs bis zwölf, wird aufgefächert auf den Tisch ausgebreitet, sodass jeder genau sehen kann, welche Karten als nächste gezogen werden. Die Zahl auf den Karten gibt auch gleichzeitig die Häufigkeit jener Karten im Deck an.

Wer an der Reihe ist, kann entweder ein bis drei Karten vom Stapel ziehen oder ein Set ausspielen. Diese bestehen aus drei oder mehr Karten des gleichen Zahlenwertes oder sieben verschiedenen Werten. Eine Runde endet, wenn entweder der Stapel leer ist oder ein Spieler keine Karten mehr auf der Hand hat. Pro verbliebene Handkarte erhält jeder Spieler einen Wahnsinnsmarker. Hat mindestens ein oder mehrere Spieler zehn oder mehr Marker, endet das Spiel, sonst wird eine weitere Runde gespielt. Gewinner ist folglich der am wenigsten Wahnsinnige.

Die Regeln sind sehr eingängig und schnell zu lernen, sodass zumeist direkt zwei Runden gespielt werden. Einen Großteil des tollen Spielgefühls macht vor allem die hübsche Grafik aus, die sehr gelungen ist.  

Lösung eines Mordes per Geisterzeichen

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Spielaufbau von Mysterium

Viele der Spiele im Horrorgenre sind kooperativ (alle gegen das Spiel) oder semikooperativ (einer oder mehrere gegen den Rest). Auf alle jetzt noch kommenden Spiele trifft das auch zu. Den Anfang mache ich mit dem schon früher einmal vorgestellten Mysterium. Ein Spieler mimt den Geist des Ermordeten und versorgt die anderen Spieler mit Spiritistenkarten. Mit diesen sollen die Spieler erkennen, wer das Opfer umgebracht hat, wo und wie die Tat begangen wurde. Die Spiritisten rätseln dann zusammen, welche Karte für welchen Täter passen könne. Dabei versinken die Spielenden richtig in das Spiel und grübelt gemeinsam. Das Spiel ist extrem stimmungsvoll und vor allem mit fünf oder mehr Spielern macht es besonders Spaß. Mysterium sollte bei keinem schaurig schönen Spielabend fehlen.

Rettung von Arkham und Umgebung

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Der Spielplan der neuen Pandemie-Variante

Als vermeintliches Hauptspiel für diesen Abend habe ich das neue Pandemic – Schreckensherrschaft des Cthuhlu gewählt. Pandemic (bzw. in Deutschland Pandemie) ist wohl der Koop-Klassiker überhaupt. Im Originalspiel ging es darum, die Welt vor sich ausbreitenden Krankheiten zu retten. Diesmal möchten wir Arkham und Umgebung vor Kultisten, Shogghoten und vor allen dem Erwachen der Großen Alten retten. Normalerweise bin ich kein Fan von Lizenzversionen erfolgreicher Spiele, aber diesmal ist es sehr gut gelungen.

Der Spielplan macht schon optisch einiges mehr her als das ursprüngliche Spiel. Die Figuren der Ermittler, die Kultisten und auch die Shogghoten sind sehr schön gestaltet und passen gut in den düsteren Charakter der Karte. Die Spielmechanik weiß zu gefallen, auch wenn sie vertraut ist. Das Aufdecken der Karten und das damit verbundene Ausbreiten der Kultisten erinnert sehr stark an das Ursprungsspiel.

Neu sind die Großen Alten, von denen immer sieben (von zwölf) im Spiel sind und die unter verschiedenen Bedingungen aufgedeckt werden. Alle bringen negative Effekte mit und machen das Spiel erheblich schwerer. Neu ist auch, dass die Spielcharaktere verrückt werden können, die jeweilige Karte dann umgedreht wird und in der Folge einen schlechteren Effekt hat. Insgesamt ist das Spiel wieder sehr atmosphärisch und lässt die Spieler wieder in eine eigene Welt eintauchen. Damit passt es wunderbar zum Spielgefühl von Mysterium.

Der Sternwarte entkommen

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Mehr als die Packung kann leider nicht verraten werden

Ein großer Hit auf der dies jährigen Messe in Essen waren Escape oder Exit Games. Diese bringen das Spielgefühl großer Escape-Räume nach Hause. Meist auf Zeit gilt es, in der Gruppe einen „Raum“ mittels Auflösung mehrerer Rätsel zu verlassen. Die thematische Einordung ist hier vielfältig. Oftmals sind die Spiele aber im Horrorbereich angesiedelt, sodass sie wunderbar in einen solchen Spieleabend passen. Erschienen sind die Escape-Räume für Zuhause bislang bei Kosmos, Noris und Thinkfun. Ich habe mich jetzt für die letztgenannte Ausgabe entschieden, da ich diese bereits gespielt habe.

Zur Geschichte: Eine Gruppe von Freunden betritt im Jahr 1869 eine abgelegene Sternwarte, da sie sich um deren Verwalter sorgen. Das Haus wird von einem unangenehmen Geruch umgeben und es sind merkwürdige Geräusche zu hören.

Mehr möchte ich gar nicht verraten, da das Spiel wie alle Spiele dieser Art nur einmal spielbar ist. Ich verspreche aber, dass am Ende ein hervorragendes Erlebnis in Erinnerung bleiben wird.

Werwölfe – Digital

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Die verschiedenen Charaktere der Vollmondnacht

Welches Spiel darf natürlich auf keinen Fall fehlen? – Natürlich Werwölfe! Inzwischen gibt es so viele verschiedene Varianten und Ausgaben dieses Spieles, sodass es keineswegs die Frage im raum steht, ob ich ein Werwölfe-Spiel in diesen Abend einfließen lasse, sondern welches.

Ich habe mich jetzt für Werwölfe Vollmondnacht entschieden, das inzwischen von Ravensburger in Deutschland vertrieben wird.

Wie Werwölfe funktioniert, werde ich jetzt nicht mehr erklären, da das wohl jedem Leser hier bestens bekannt sein wird. Eingehen werde aber auf die drei auffälligsten Besonderheiten von Vollmondnacht.

  1. 1. Im Gegensatz zu den meisten Spielen dieser Art, bei denen mindestens acht oder mehr Spieler benötigt werden, kann dieses Spiel bereits ab drei Spieler gespielt werden, auch wenn ich es erst ab fünf Spielern empfehlen würde.
  2. 2. Es wird nur eine Nacht gespielt. Stirbt ein Werwolf, gewinnen die Dorfbewohner und andersherum. Dies hat zur Folge, dass keiner ausscheidet und alle immer mitspielen.
  3. 3. Der Spielleiter wird durch eine App ersetzt. Diese sagt an, wer was in der Nacht macht. Die App wurde inzwischen nochmal von Ravensburger überarbeitet und ist jetzt noch thematischer.
    Werwölfe und vor allem das Diskutieren, wer sterben soll, und das gegenseitige beschuldigen nach der Nacht machen einfach immer einen Riesenspaß. Auch hier bleibt es sehr, sehr selten bei nur einer Runde.

Weitere Spiele

Natürlich hätte hier auch eine Vielzahl anderer Spiele stehen können. Für Zombiefans zum Beispiel eine der Ausgaben von Zombicide, Winter der Toten, Winter der Toten – Die lange Nacht oder Hit Z Road. Für Cthulhu-Anhänger Arkham Horror, Eltdritch Horror, Elder Sign oder Villen des Wahnsinns und viele, viele mehr.

 

 

Jan Kempf

Ist Anhänger des analogen Spielens zu Tisch. Ein wahrer Wettkampf findet für ihn immer noch im Angesicht seiner Gegner statt.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele

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