Light of Dragons


Vor einigen Wochen haben wir hier auf den Kickstarter von Roots of Mali hingewiesen. Inzwischen habe ich sogar die Zeit gefunden, mir den Vorgänger Light of Dragons anzuschauen, um es eben mit Roots of Mali zu vergleichen.

Ein Erstlingswerk

Würfel sind Programm

Würfel sind Programm

Erst letztes Jahr kam mit Light of Dragons das erste Spiel von Sun Core Games, dem Eigenverlag der Designer Adrian Bolla und Bujar Haskaj, auf den Markt. Trotz wunderschönem Artworks ist es mir damals nicht weiter aufgefallen. Das liegt vermutlich daran, dass das Spielbrett kleiner als ein DIN A4 Blatt ist und das restliche Spielmaterial lediglich aus Würfeln und zwei Beuteln besteht. So unscheinbar das Spiel jedoch sein mag, es steckt schon einiges mehr an Rafinesse dahinter.

Zug um Zug

Ihr spielt Light of Dragons zu zweit. Dabei hat jeder von euch die gleichen Würfel – nur eben in einer anderen Farbe. Jede Seite der Würfel stellt eine andere Kreatur dar und ihr versucht, durch das Besiegen gegnerischer Kreaturen das Spiel zu gewinnen. Dabei schlägt die jeweils stärkere Kreatur die schwächere, sobald sie auf dem gleichen Feld landet. Ihr entscheidet in eurem Zug, ob ihr eine Kreatur bewegen, mit ihr angreifen oder sie zur nächst stärkeren Kreatur machen wollt. Neben diesen Grundeigenschaften hat jede Kreatur auch ihre eigene Sonderaktion, so dass auch die schwächeren Kreaturen gezielt eingesetzt werden können. Wer zuerst Kreaturen im Wert von zehn Punkten geschlagen hat, ist der Sieger dieser Schlacht.

Taktik für die Tasche

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Der Spielaufbau ist platzsparend und übersichtlich.

Das Spielprinzip von Light of Dragons ist einfach, aber – ähnlich wie bei Schach oder Go – wird der erfahrenere Spieler hier fast immer gewinnen. Daher empfehle ich, dass das Spiel einfach zu zweit zu erlernen. So habt ihr mindestens einen festen Partner, deren Erfahrung in gleichem Maße wächst wie eure eigene.

Das Spiel selbst richtet sich trotz des Fantasythemas und tollem Artworks an Freunde abstrakter Taktikspiele. Denn wie bei anderen Spielen dieser Art geht es darum, dem Gegner seine eigene Spielweise aufzuzwingen und darauf zu warten, dass er den entscheidenden Fehler macht. Das kann dazu führen, dass es zu einem längeren Schlagabtausch kommt, bei dem es gefühlt nicht wirklich voran geht, bis das Spiel plötzlich durch zwei oder drei Spielzüge beendet wird.

Ein Vorteil ist definitiv die Größe des Spiels: Wenn man die hübsche Schachtel weg lässt, passt es locker auch in kleinere Taschen. Und abseits von Reiseschachsets sind Taktikspiele zum Mitnehmen rar.

Fazit

Nachdem ich jetzt beide Spiele gespielt habe, muss ich sagen, dass mir die Sonderfähigkeiten aus Roots of Mali besser gefallen haben und ausgereifter erscheinen. Light of Dragons ist aber schneller in seinem Umfang zu erfassen und bietet damit einen guten Einstieg in diese Spieleserie. Ich bin gespannt darauf, wie sich diese beiden Spiele miteinander kombinieren lassen. Das ist aber wohl nur Spielerschaften zu empfehlen, die mit beiden Spielen in ihrer Grundform vertraut sind, da es die Spieldynamik sicherlich stark beeinflussen wird.

Insgesamt gesehen hat Sun Core Games sich jedoch ein sehr spezielles Spielsystem ausgedacht, dass für einige Spieler wie die “Faust auf’s Auge” passt, und andere wiederum total kalt lässt. Ich selber finde es faszinierend, habe aber wirklich Schwierigkeiten, andere dafür zu begeistern. Daher leider “nur” ein Geschmackssache.

Was bedeutet diese Wertung? Klickt hier und findet es heraus.

 

Wenn ihr auf den Internationalen Spieletagen 2016 in Essen seid, schaut mal in Halle 2 Stand E-105 vorbei und lasst euch Light of Dragons und Roots of Mali zeigen. Vielleicht entdeckt ihr einen kleinen Taktiker in euch.

 

Light of Dragons

Autor: Adrian Bolla, Bujar Haskaj

Verlag: Sun Core Games

Spieleranzahl: 2

Dauer: 10-30 Minuten

Alter: 12+

Christian Turkiewicz

Liest bevorzugt Regeln zu Brett- und Rollenspielen. Liebt Bingewatching, hat aber keinen TV-Anschluss.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele, Pen&Paper, Serien

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