You will break – Banes Vorgeschichte


Bane gehört mit zu Batmans berühmtesten Widersachern. Der Comic Batman gegen Bane, welcher schon 2013 bei Panini erschien und von dem Gespann Chuck Dixon und Graham Nolan erschaffen wurde, beschäftigt sich mit der Hintergrundgeschichte des Schurken und späteren Antihelden.

Zurück zu den Wurzeln

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Ein interessantes Bildkonzept, welches man sowohl mit Welteroberung als auch mit dem Zusammenspiel von Wissen und Kraft assozieren könnte (© Panini/DC)

Die erste Geschichte in dem  Comic Banes Rache thematisiert nicht nur die Herkunftsgeschichte des Schurken, sondern auch die Vorgeschichte der berühmten Comicreihe Batman: Knight-Fall. In Peña Duro, einem Gefängnis auf der Insel Santa Prisca, wird Bane geboren. Sein Vater, der einst an einem Aufstand beteiligt war, entging seiner Strafe und so wurde sein noch ungeborener namenloser Sohn verurteilt, dessen Schicksal zu tragen. Zwischen den schlimmsten Verbrechern bietet ihm nur seine immer schwächer werdende Mutter und sein Teddybär Schutz und Geborgenheit.

Mit dem Tod der Mutter zerbricht auch diese Zuflucht und der Junge wird von einem Gefangenen so stark verletzt, dass er ins Koma fällt. Bei seinem Erwachen ist der Junge gestorben und der Mann, der durch seine nächste Tat den Namen Bane erhält, geboren bzw. (mit den Worten des Erzählers) erschaffen.

Er wird in eine Einzelzelle gesteckt, die des Nachts mit Wasser vollläuft. Ein absurdes Training, welches ihm das Leben rettet, beginnt und zugleich wird der Grundstein für seinen Hass gegen Batman gelegt.

In der zweiten Geschichte Bane: Fluch des Dämons ist bereits etwas Zeit vergangen. Bane und Batman sind inzwischen aufeinander getroffen, doch Bane beschäftigt etwas anderes: Wer war sein Vater? Bei seiner Suche findet er jedoch wider Erwarten eine Frau, die es vorerst schafft, sein Herz zu erobern.

Diese Frau ist Talia al Ghul. Zunächst ebenfalls vom muskulösen Schurken angetan, stellt sie diesen ihrem Vater vor. Ra’s al Ghul sieht in Bane einen potenziellen Nachfolger, doch Talia entwickelt gegen Banes maßloser Brutalität eine zunehmende Abneigung, sodass sie beginnt, auf unterschiedlichen Sprachen hinter seinem Rücken über ihn herzuziehen. Was sie leider nicht weiß: Bane ist weit mehr als nur ein muskulöser Kämpfer.

Sympathie und Identifikation

Der Zeichner Graham Nolan arbeitet mit viel Schwarz, um mit flächigen Schattierungen zu überzeugen. Ansonsten fällt auf, dass Banes Rache deutlich älter ist als Bane: Fluch des Dämons. In der zweiten Geschichte sind die Farben kräftiger und der Detailgrad nimmt ein wenig zu. Dies zeigt sich insbesondere an der Gestaltung von Banes Augen.

Die Panels sind strukturiert und es entsteht ein entspannter Leserfluss. Textboxen fallen in der Regel kurz und präzise aus, wodurch der Fokus auf die Aussagekraft der Bilder gelenkt wird. In der ersten Story berichtet uns Zombie, ein späterer Begleiter Banes, von dessen Herkunft. Die Stärke der zweiten Erzählung ist die Erzählperspektive. Denn hier ergreift Bane selbst das Wort. Wir bleiben die ganze Zeit über zwar dicht an seiner Seite, können seine Schachzüge aber aus sicherer Distanz genießen.

Obwohl man sich eigentlich nie Sorgen um Bane machen muss, erzeugt der Comic eine gewisse Spannung und weckt insbesondere zu Beginn einen gewissen Beschützerinstinkt gegenüber Bane in mir. Dies führt zu einer gesteigerten Sympathie ihm gegenüber und trägt tatsächlich zu einer Identifikation mit dem sonst so brutal wirkenden Bösewicht bei.

Im Gegensatz zu vielen animierten Umsetzungen wird der Fokus hier nicht nur auf Banes unglaubliche Kraft gelegt, sondern auch auf seine Intelligenz. Beeindruckend sind vor allem Banes Fremdsprachenkenntnisse und sein eigener Antrieb sich weiterzubilden. Denn man mag es kaum glauben, doch für Bane ist Wissen Macht.

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Die aufreizende Talia hat es Bane angetan. Dennoch lässt er sich nicht gänzlich von ihr blenden. Braver Bane. (© Panini/DC)

Darüber hinaus gibt der Comic private Einblicke in Banes Gedanken und manchmal sogar in seine Gefühlswelt. Dadurch wirkt er trotz sehr radikaler Methoden nie unsympathisch. Hingegen fällt mir Talia sehr negativ auf. Ich gestehe gern, ich war noch nie ein großer Fan von ihr. Doch in diesem Band hätte ich ihr am liebsten die Gurgel umgedreht. Neben dem verwöhnten Prinzessinnengetue, auf welches Bane glücklicherweise nicht eingeht, stört mich ihre arrogante Scheinheiligkeit ungemein.

Sie kritisiert Banes Vorgehensweise, bezeichnet ihn gar als Monster und vollbringt dabei viel abscheulichere Taten. Ihre hochnäsige Gesichtsmimik und das ständige Haarzurückwerfen tut dann sein Übriges.

Am Ende des Comics erwartet den Leser noch ein kleiner Bonus: Hier stellen sich Bane, Batman und Ra’s al Ghul auf jeweils zwei Seiten nochmals vor. Neben einer kurzen Zusammenfassung ihrer Lebensgeschichte, Waffen und Fähigkeiten findet sich hier auch eine knappe Liste mit den wichtigsten Comics zu den Figuren, die ich sehr zu schätzen weiß.

Fazit

Batman gegen Bane ist ein sehr einsteigerfreundlicher Comic und bietet somit Anfängern einen guten Einblick in Banes Vergangenheit. In diesem Sinne kann ich den Comic jedem empfehlen, der irgendwie Gefallen an Bane findet. Batman kommt trotz des Titels nur auf wenigen Seiten vor; ein wirklicher Kampf findet zwischen den beiden Kontrahenten tatsächlich nicht statt. Daher gilt: Falls ihr Batman-Fan seid, Bane aber nichts abgewinnen könnt, lasst die Finger von dem Comic. Außer natürlich ihr möchtet die Knightfall-Saga damit abrunden.

Wie bewerten wir? Lest hier nach.

 

Batman gegen Bane
Autor: Chuck Dixon
Zeichner: Graham Nolan
Verlag: Panini
Broschiert: 164 Seiten
 

Batman gegen Bane

Price: EUR 16,95

4.4 von 5 Sternen (5 customer reviews)

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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