Beispielcharakter: Das Reiche Arschloch


Packt die Rollenspielerei aus und verbrennt Eure Zettelage mit Plänen für Powergaming: Hier kommt das Reiche Arschloch. Dieser Beispielcharakter funktioniert nicht mit jeder Gruppe (aber welcher tut das schon?) und sorgt für viel Konfliktpotenzial am Spieltisch – aber zu diesem großen Risiko gesellt sich auch die Möglichkeit, viel, sehr viel, Spaß zu haben. Und eventuell ganz glorreich unterzugehen – begleitet vom erleichterten Gejubel Eurer Mitspieler.

Das Reiche Arschloch passt am besten in ein modernes Setting, wo er als Kind superreicher Eltern jederzeit seine Kreditkarte zücken und absurd teure Dinge bezahlen oder Leute bestechen kann. In einem Fantasy-Setting wäre er ein Adliger, das Fehlen von bargeldlosen Zahlungsmethoden würde ihm aber seiner einzigen echten Fähigkeit berauben: Er hat mehr Geld, als er je ausgeben könnte.

Geld spielt keine Rolle?

Geld macht ihn (oder sie!) aus. Geld kann alles kaufen und das Reiche Arschloch hat keinerlei Verhältnis zu Beträgen. 1 Prozent? Nein, eher ein Promille. Als Kind aus der obersten Oberschicht ist für das Reiche Arschloch nur ein Spiel, was für den Rest der Gruppe ein Kampf ums Überleben ist. Und so werdet Ihr dann auch Teil der Mannschaft: Ihr wollt das Abenteuerleben ausprobieren und echtes Adrenalin in den Adern haben. Dass Ihr jederzeit einfach aufhören könntet und materielle Gewinne für Euch nichts bedeuten stört vielleicht Eure Kameraden – aber für Euch sind diese Leute ohnehin nur bessere Angestellte, die Euch in die spannenden Teile der Stadt/des Landes/der Welt mitnehmen.

Je größer der soziale Unterschied zwischen Reichem Arschloch und Restgruppe, desto besser: Was die anderen an heroischen Fähigkeiten haben, macht Ihr mit ultrateurer Ausrüstung wieder wett. Ihr habt den kugelsicheren Armani-Anzug und die experimentelle Laserpistole. Ihr könnt jede Wache und jeden Polizisten bestechen. Euer Papa BESITZT die Firma, die Ihr gerade als Gegner aufgetan habt.

Nervt die anderen, aber seid im Zweifelsfall als Finanzier einer Mission das notwendige Übel. Nehmt die Sache nicht zu ernst: Ihr seid nur ein Tourist im Abenteurerleben. Langweilt Euch die Gruppe? Macht was Verrücktes! Klar riskiert Ihr das Leben der anderen. Aber hey, Ihr habt dafür bezahlt! Das geht natürlich nicht mit schurkenhafteren Gruppen, die sich zu schnell gegen Euch wenden könnten – aber auf eben diesem schmalen Grat zu balancieren, macht das Spiel als Reiches Arschloch spannend.

Ein Wort zur Charaktererschaffung

In der Charaktererschaffung setzt Ihr ALLES in Ressourcen und ein wenig in Kontakte. Gesund und gut aussehend seid Ihr natürlich auch – im Zweifelsfall weil die Oberschicht notfalls nachbessert. Eine gewisse oberflächliche Bildung von einer Eliteanstalt sollte auch drin sein – Ihr habt aber mehr Partys gefeiert als gebüffelt und großzügige Spenden haben den Abschluss gesichert. Was Ihr an Fähigkeiten nicht mitbringt, macht wie gesagt eine gute Ausrüstung zumindest zum Teil wett.

Beispiele für das Reiche Arschloch gibt es in verschiedensten Medien. Der Protagonist von Far Cry 3 etwa, der beim Skydiving in einem Entwicklungsland landet und dort Leute über den Haufen ballert, ist eines. Die Höhlentaucher in dem Film Sanctum werden von einem Reichen Arschloch in die Tiefe geschickt. Und reden wir gar nicht erst über die originale Lara Croft… Bruce Wayne (NICHT Batman!) ist ein Reiches Arschloch, genau wie Tony Stark. Verdammt viele Superhelden bauen zumindest zu einem gewissen Teil auf ihren Reichtum im Hintergrund. Jetzt stellt Euch einfach vor, sie kaufen/bauen keine Superheldenanzüge, sondern gehen mit ein paar Hobos auf Event-Reise… Schon habt ihr das perfekte Vorbild für euer Reiches Arschloch

 

Andere Beispielcharaktere

Marten Zabel

Marten Zabel

Bewertet Dich anhand Deiner Spiele, Serien und Rechtschreibung, wenn er nicht gerade selbst Spiele designt oder von größeren Dingen träumt.
Hauptthemen: Pen & Paper, Games, Brettspiele

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