Ohne Internet: Sacred 2


Heute möchte ich euch mal vom lokalen Mulitplayer eines PC-Games berichten, da die Konsolenumsetzung einfach nur grauenhaft ist: Sacred 2.

Nach einem LAN-Wochenende in einer mittelgroßen Gruppe beschlossen ein Kumpel und ich, zusammen noch Sacred 2 zu spielen. Wir hatten beide das Spiel bereits im Singleplayer gespielt und so fiel die Wahl des Charakters leicht.

Insgesamt bietet das Spiel sechs Charaktere: Vier, die sowohl auf der guten als auch der bösen Seite gespielt werden können, und jeweils einen, der nur für die eine Seite verfügbar ist (Seraphim gut und Inquisitor böse). Er wählte die Hochelfin, ich den Tempelwächter. Neben den beiden zuvor genannten blieben somit die Dryade und der Schattenkrieger unbeachtet. Nach längerem Hin- und Herüberlegen wählten wir die böse Seite, da wir sie beide noch nicht gespielt hatten.

Zusätzlich zum Charakter wird eine Gottheit ausgewählt, die eine weitere Fähigkeit bietet. Lumen, Testa, Kybele, Kuan, Forens und Ker stehen den Helden zur Wahl. Ich entschied mich für Kuan, Gott des Krieges, der alle Gegner im Umkreis verwirrt.

Mein Kumpel wählte Ker, die nur in der Schattenkampagne wählbar ist. Diese Göttin des Chaos schickt einen mächtigen Dämon in den Kampf, der irgendwann seine Ketten zerbersten wird und dann heißt es auch für den Spieler möglichst schnell zu verschwinden.

Das Abenteuer beginnt ein jeder von uns vorerst allein an seinem jeweiligen Startpunkt. Hier findet sich auch das Problem bei der Konsolenumsetzung: Da sich die Spieler einen Bildschirm teilen, wird der zweite Spieler vor allem zum Beginn eher zu einem Anhängsel degradiert.

Doch bei der PC-Version läuft hier noch alles glatt. Nach kurzer Einführung in unsere Geschichte, die im Verlauf des Spiels eigentlich nicht wirklich relevant ist, trifft man recht schnell auf seinen Mitstreiter, da die Startpositionen glücklicherweise nicht allzu weit von einander entfernt liegen.

Mit jedem Levelaufstieg steigern sich die Werte der jeweiligen Spielfigur automatisch. Zusätzlich können wir klassische Attribute wie Geschick und Stärke sowie spezielle Fähigkeiten unseres AlterEgos steigern. 

So steigt zum Beispiel die Konstitution der Hochelfe weniger rapide als bei Nahkämpfern. Zusätzliche können bei ihr Punkte in Inferno, Sturm oder Arkan investiert werden, die jeweils unterschiedliche Angriffe und Buffs beeinflussen.

Beim Tempelwächter können Spieler hingegen als zusätzliche Attribute Punkte in Nahkampf, Technik oder T-Energie investieren. Welche Richtung ausgebaut wird, hat nicht nur mit der eigenen Vorlieben (bzw. Builds) zu tun, sondern teils auch ein wenig mit Glück. Kampfkünste werden mithilfe von Runen erlernt und ausgebaut. Jede Kampffertigkeit kann dreimal verbessert werden, um beispielsweise ihren Wirkungsgrad erweitern.

Natürlich bietet das Spiel die Möglichkeit, selber der Schmied seines eigenen Glücks zu sein. Findet sich einfach nicht die passende Rune, um zum Beispiel endlich das Energienetz des Tempelwächters zu erlernen oder zu verbessern, können nicht benötigte Runen (es ist auch möglich, Runen von anderen Charakteren zu finden) beim Runenmeister gegen eine kleine Gebühr eingetauscht werden. Je mehr Runen wir bereit sind für eine andere herzugeben, desto weniger Gold muss bezahlt werden.

Ruhiges Abenteuer und kleine Bugs

Die Reise verläuft recht ruhig. Quests werden angenommen und erledigt, ohne das wirkliche Schwierigkeiten auftreten; und das bleibt durchgehend so. Das Schöne ist eigentlich, dass die Welt unglaublich groß ist, sodass wir viel Zeit unserem eigenen Forscherdrang widmen können. Natürlich könnte man den Hardcore-Modus wählen, dann wäre der Anspruch auch ungleich höher, aber das bietet sich eher für den Singleplayer an, da der Charakter unter keinen Umständen sterben darf.

Doch es gab auch einen Haken: Das Spiel hat ein paar arge Bugs und nervige Angewohnheiten, die besonders im Multiplayer auffallen.

Das erste Nervige, was uns beziehungsweise meinem Kumpel auffiel, war ein Schild von mir, welches in leuchtenden Kreisen von meiner Figur ausgehend nach außen pulsierte. Immer dann, wenn er den äußersten Rand erreichte, wirbelte der Schild die Blätter in der Gegend umher und sorgte in einigen anspruchsvolleren Passagen in Anbetracht der damalige Grafikkarte meines Kollegen doch für den einen oder anderen Ruckler. Außerdem war es einfach nur nervig, wenn einem immer wieder Blätter ins Gesicht gepustet werden.

Doch dieses Problem hatte ich nicht, da ich meine Grafikoptionen gar nicht so hochauflösend eingestellt hatte. Aber auch bei mir schlich sich ein Problem bzw. ein Grafikfehler ein, der mir gut in Erinnerung blieb. Die Hochelfin hatte eine Eisrüstung. Diese sah eigentlich recht schick aus, aber als ich einen anderen Weg einschlug und erst später wieder auf meinem Kumpel traf, war die Hochelfin unsichtbar anstatt ihre Rüstung zu präsentieren.

Nun gut, erst mal nicht weiter schlimm, kann letztlich dem besten Spiel passieren. Doch irgendwann konnte ich die Hochelfin wieder sehen und leider war sie “nackt”. Dieser Fehler blieb auch bei den weiteren Spielesitzungen bestehen, egal wie oft wir das Spiel neu starteten.

Ein weiterer Fehler fand sich bei dem Dämon von Ker, welcher am ersten Abend aus Spaß noch kurz beschworen wurde und mit einem Fuß in einem Haus stecken blieb. Das war vorerst nicht schlimm, bis etwas Unsichtbares uns Schaden zufügte. Da an diesem Ort keine unsichtbaren Gegner unterwegs waren, lag die Vermutung nahe, dass für uns der Dämon zwar im Haus steckte, für das Spiel jedoch nicht.

Fazit

Sacred 2 ist für eine LAN Party genauso gut geeignet wie Diablo 2, versprüht aber nicht den gleichen Charme. Dennoch bringt das Spiel zu zweit oder in der Gruppe deutlich mehr Spaß als alleine. Die auftretenden Grafikfehler dürften bei den neuen PCs bzw. nach ein paar Patches eigentlich nicht mehr auftreten. Insgesamt ist es ein unterhaltsames und recht langes Werk. Des Weiteren werden Fans der Band Blind Guardian an einigen Stellen ihre Freude haben.

Wie bewerten wir? Lest hier nach.

 

Sacred 2
Plattform: PC, PS3, XBOX360
Genre: Action-Rollenspiel
 

Sacred 2 – Fallen Angel Collector’s Edition

Price: EUR 29,95

3.9 von 5 Sternen (40 customer reviews)

6 used & new available from EUR 7,38

 

Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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