Roll for the Galaxy – Würfeln um die Vorherrschaft


Ganze zwei Jahre mussten wir warten, bis Roll for the Galaxy endlich auf Deutsch erschien. Ob sich das warten gelohnt hat, erfahrt ihr hier…

Was lange währt…

(© Pegasus Spiele)

Die verheißungsvolle Spielbox(© Pegasus Spiele)

Fast zehn Jahre ist es inzwischen her, dass Race for the Galaxy (Autor: Tom Lehmann) in der Brettspielerszene eine Menge Leute begeisterte. Und bis heute erscheinen zumindest in anderen Sprachen immer wieder Erweiterungen, die das Spiel mit frischen Ideen bereichern.

Leider entschied sich aber der deutsche Verlag Abacus Spiele 2013 dagegen, neue Erweiterungen zu übersetzen und zu vertreiben. Und bis heute warten Fans sehnlichst darauf, dass ein anderer Verlag nochmal den Mut aufbringt, dort weiter zu machen, wo Abacus aufgehört hat.

Es war also lange Zeit ungewiss, ob der eigenständige Ableger Roll for the Galaxy (dieses Mal eine Kooperation von Tom Lehmann und Wei-Hwa Huang) überhaupt jemals auf Deutsch erscheinen würde. Glücklicherweise hat sich aber Pegasus Spiele dafür entschieden, dieses Spiel auch in Deutschland lokalisiert auf den Markt zu bringen.

Viel Würfeln, wenig Zufall

Aufgebaut ist es schnell.

Aufgebaut ist es schnell.

Wichtig: Ein beliebiger Würfel kann für die Aktivierung genutzt werden.

Wichtig: Ein beliebiger Würfel kann für die Aktivierung genutzt werden.

Bei Roll for the Galaxy baut jeder der Spieler ein galaktisches Imperium auf, indem er oder sie Planeten besiedelt und Technologien erforscht.

Ihr startet mit einer Technologie und zwei Welten, die sich von denen eurer Mitspieler unterscheiden. So hat jeder von Anfang an einen anderen Vorteil und das Spiel entwickelt sich für jeden in eine andere Richtung.

Dabei nutzt ihr diverse Würfel, denen ihr jede Runde (geheim) eine Aktion zuweist. Diese Aktionen sind in Phasen eingeteilt, die in einer festen Reihenfolge abgehandelt werden. Ihr könnt allerdings nur eine von fünf möglichen Phasen (Erkunden, Entwickeln, Siedeln, Produzieren und Verladen) jede Runde aktivieren. Wenn ihr allerdings Würfel einer Phase zugewiesen habt, die von einem eurem Mitspieler aktiviert wurde, so könnt ihr auch Aktionen dieser Phase ausführen.

Im Einzelnen befähigen euch die Aktionen zu Folgendem: Erkunden ermöglicht euch Geld zu nehmen oder Planeten und Entwicklungen auszuwählen, die ihr mit den folgenden Phasen erforschen und besiedeln könnt. Diese legt ihr dann auf euer Tableau.

81 verschiedene Startmöglichkeiten

81 verschiedene Startmöglichkeiten!

Entwickeln und Siedeln beinhalten genau das, wonach sie klingen: Ihr legt die Würfel dieser Aktion auf eure Entwicklungen und Planeten. Wenn genug Würfel auf den Entwicklungs- oder Planetenplättchen liegen, kommen sie von eurem Tableau in eure Auslage, wo sie fortan besondere Fähigkeiten freischalten. Außerdem bringen viele Planeten auch einen neuen Würfel mit sich.

Mit der Produzieren-Aktion lasst ihr eure Planeten neue Waren herstellen, welche ihr mit der Verladen-Aktion für Geld oder Siegpunkte verschiffen könnt. Alle Würfel, die ihr tatsächlich genutzt habt, kommen dann in eure “Bevölkerung”. Von dort könnt ihr sie mit den hart verdienten galaktischen Krediteinheiten wieder anwerben und in euren Würfelbecher legen.

Sobald der Siegpunktvorrat (abhängig von der Spielerzahl) aufgebraucht ist, oder ein Spieler sein zwölftes Plättchen in seine Auslage legt, ist das Spiel nach der laufenden Runde zu Ende. Sowohl die Siegpunktplättchen selbst als auch Planeten und Entwicklungen bringen euch Siegpunkte. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt schließlich die Partie.

Zwei Spieler eine Meinung

Jede Menge Abwechslung auch bei Planeten und Entwicklungen.

Jede Menge Abwechslung auch bei Planeten und Entwicklungen.

Falls ihr bei der Beschreibung unterwegs zuweilen nur schwer folgend konntet, nehme ich euch das gewiss nicht übel, denn Fakt ist, dass für Roll for the Galaxy tatsächlich eine mittelhohe Einstiegshürde erklommen werden muss. Wenn man die aber erstmal überwunden hat, geht das Spiel recht flott und einfach von statten. Es ist sogar für Gelegenheitsspieler geeignet.

Alle Sonderfähigkeiten sind sowohl als Symbol als auch als Text auf den Plättchen abgebildet, was es deutlich einfacher macht, Roll for the Galaxy statt Race for the Galaxy (da musste man alle Symbole kennen oder ständig nachschauen) zu erlernen .

Dennoch empfehle ich zumindest die ersten beiden Runden einer Partie mit neuen Spielern offen zu spielen. So lernt ihr schnell, wie ihr die Würfel den Aktionen zuteilt und welche Auswirkungen das auf die Mitspieler hat.

 

Als Vielspieler hat natürlich auch mein Kollege Jan Roll for the Galaxy ausgiebig getestet. Hier seine Meinung:

“Vor allem drei Punkte machen für mich Roll for the Galaxy zu einem hervorragenden Spiel. Herzstück des Spieles ist für mich der Auswahlmechanismus der Phasen. Das Einschätzen, welche Phase denn die anderen favorisieren würden, welche Phase ich konsequenterweise nehmen sollte, und die daraus resultierende Freude bzw. der Ärger, wenn die eigene Einschätzung eben von Erfolg gekrönt ist oder eben auch nicht, bringen immer wieder Emotionen an den Tisch.

Außerdem mag ich es , dass man am Ende des Spieles sowohl Punkte für die absolvierten Entwicklungen und besiedelten Welten  erhält, als auch während des Spiels über das Verladen und dass mit beiden Mechanismen das Spielende eingeleitet werden kann. Es ist also nie ganz eindeutig, wer aktuell in Führung liegt bzw. wann das Spiel enden wird.

Zuletzt möchte ich noch auf die kurze Spieldauer hinweisen: Sind alle am Tisch eingespielt, geht das Spiel einfach wunderbar flott. So ist das Spiel bei mir schon lange nicht mehr das Hauptspiel des Abends, sondern wird eher mal zum Einstieg oder als schneller Absacker am Ende gespielt.”

Fazit

Zwar liegt bei Roll for the Galaxy die Einstiegshürde etwas höher als bei Zug um Zug oder Carcassonne, aber mit einem Erklärer lernen auch Neulinge das Spiel ganz fix. Es ist schnell gespielt und hat kaum sogenannte Downtime (Zeit, in der man anderen beim Spielen zusieht). Man hat ständig interessante Entscheidungen zu treffen und ab der zweiten Partie kann man sich seine eigene Strategie überlegen, die dank der unterschiedlichen Startkonstellation jedes Mal eine andere sein kann.

Meiner Meinung nach ist eines der besten Spiele, die dieses Jahr auf Deutsch erschienen sind. Daher gehört Roll for the Galaxy eindeutig in jede Spielesammlung, die was auf sich hält. Also Pflichkauft!

Was bedeutet diese Wertung? Klickt hier und findet es heraus.

 

Roll for the Galaxy

Autoren: Tom Lehmann und Wei-Hwa Huang

Verlag: Pegasus Spiele

Spieleranzahl: 2-5

Dauer:  ca. 30-75 Minuten

Alter: 12+

Pegasus Spiele 53040G – Roll for the Galaxy, deutsche Ausgabe

Price: EUR 43,84

4.2 von 5 Sternen (12 customer reviews)

55 used & new available from EUR 30,99

Christian Turkiewicz

Liest bevorzugt Regeln zu Brett- und Rollenspielen. Liebt Bingewatching, hat aber keinen TV-Anschluss.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele, Pen&Paper, Serien

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