Actionfilm in Lettern


Wenn man den Merchandise-Produkten von Star Wars Episode 1 bis 3 glauben darf, dann ist wohl Darth Maul der beliebteste Antagonist aus dieser Triologie. Da sein Auftritt doch recht kurz war, ist es nicht verwunderlich, dass sich manch einer Gedanken über seine Vergangenheit gemacht hat. So auch Michael Reaves in seinem Roman Star Wars – Darth Maul: Der Schattenjäger.

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Treffen sich ein Sith, eine Kopfgeldjägerin und ein Schmuggler in einer Bar

Mithilfe der Handelsförderation will Darth Sidious den Planeten Naboo unter Blockade stellen. Doch dann wird einer der stellvertretenden Vizekönige der Handelsförderation, ein Neimoidianer namens Hath Monchar, zum Verräter, setzt sich nach Coruscant ab und verkauft die Pläne der Sith an den Schmuggler Lorn Pavan.

Darth Sidious schickt seinen Schüler Darth Maul aus, für den ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Je länger er braucht desto eher könnten die Informationen in die falschen Hände geraten.

Zeitgleich wird die junge Darsha auf ihre erste Einzelmission nach Coruscant geschickt, um zu beweisen, dass sie den Titel eines Padawans hinter sich lassen kann.

Während Darth Maul, Lorn Pavan und Darsha getrennt voneinander ihre ersten Ereignisse auf Coruscant durchleben, schicken die restlichen Neimodianer die Kopfgeldjägerin Mahwi Lihnn aus, um Hath Monchar lebend zurückzubringen und die Sith zu beruhigen.

Darth Maul, Lorn Pavan und Mahwi Lihnn finden kurz nacheinander den Weg in die Bar, in der sich Hath Monchar aufhält. Eine Hetzjagd mit unfreiwilligen Opfern beginnt und die junge Darsha rutscht unfreiwillig ebenfalls mitten in diese hinein.

Viele Perspektiven, viele Arten zu erzählen

Das Buch arbeitet mit sehr vielen Perspektiven. Wir erhalten nicht nur Eindrücke durch Darth Maul, Lorn, Darsha und Mahwi, sondern auch von Darth Sidious und den Neimoidianern. Bekommen wir das Geschehen erst von einer Seite berichtet, kann es passieren, dass der folgende Absatz uns die selbe Situation aus einer anderen Sicht schildert.

Dies führt dazu, dass der Leser einen deutlich höheren Wissenshorizont als die Figuren hat und teils um die Charaktere bangen kann, bevor diese die Gefahr überhaupt realisieren. Das ist ganz hilfreich, denn im Laufe des Romans gewinnt die Geschichte rasant an Tempo. Kämpfe, Verfolgungsjagden, Explosionen und knappe Dialoge vermitteln den Eindruck, gerade einen Actionfilm zu schauen und nicht ein Buch zu lesen.

Dieser Umstand macht es schwer, das Buch ab einen gewissen Punkt kurz zur Seite zu legen. Das Gefühl des Zeitdrucks breitet sich ganz langsam auch auf den Leser aus. In solchen Momenten sind insbesondere die Passagen aus Darth Mauls Sicht sehr gut, da diese sehr präzise gehalten sind. Er hält sich nicht mit viel Gelaber auf, und selbst wenn er dem Leser kurze Einblicke in sein Inneres preisgibt, ist diese Tür genauso schnell wieder geschlossen. Dann begleiten wir wieder den kalten Mörder, für den nur die Erfüllung seiner Mission zählt. Sympathisch ist dabei, dass Darth Maul durchaus Fehler unterlaufen. Er ist eben immer noch der Schüler und noch kein großer Sith-Lord.

Darshas Passagen hingegen sind insbesondere am Anfang recht unruhig. Sie freut sich auf ihre Mission, wird von Emotionen geleitet und wirkt sehr sympathisch, da sie sich trotz ihrer Unsicherheiten immer wieder selber Mut macht und bereit ist alles zu geben. Insbesondere am Ende beweist sie, dass sie bereit ist, ein echter Jedi zu werden.

Weniger ansprechend waren für mich die ersten Seiten. Die Erzählung beginnt aus der Sicht von Nute Gunray, der den Leser mit unnötigen Vergleichen quasi erdrückt. Gleich darauf folgt die Sicht von Darth Sidious, der zwar eine interessante Beschreibung der Macht abliefert, aber leider auch monologisiert. Ich möchte nicht bestreiten, dass mir die Szenen mit Darth Sidious grundsätzlich nicht gefallen, weil er für mich die wohl unsympathischste Figur im Star Wars-Universum ist.

Doch von persönlichen Vorlieben mal abgesehen hat das Buch auch ein paar Steinchen, über die ihr stolpern könnt. Zwar finde ich es sehr schön, dass Vergleiche mit Lebewesen und Objekten aus dem Star Wars-Universum gemacht werden. Dadurch erschließt sich mir der Sinn über einiges deutlich einfacher und selbst Star Wars-Neulinge sollten hier auf ihre Kosten kommen. In den Abschnitten, in denen mir Darth Maul seine genaue Kampfart mitteilte, hatte ich dann doch das eine oder andere Fragezeichen über dem Kopf.

Diese Fragezeichen schob ich irgendwann zur Seite, mit dem Gedanken, dass mir seine Art zu kämpfen mehr oder weniger dank des Films bekannt ist. Wenn nicht jedes Detail in meiner Vorstellung mit der des Autors übereinstimmt, dann ist das eben so.

Was ich allerdings nicht so einfach beiseiteschieben konnte waren Rechtschreibfehler und viel zu häufige Wiederholungen. Der eine oder andere Schreibfehler schleicht sich natürlich auch mal in gedruckten Romanen ein, aber leider war es hier doch recht auffällig. Schade, da immerhin irgendjemand dafür bezahlt wurde, den Text vorher korrekturzulesen. Weiterhin blieb ich an einigen Worten hängen und fragte mich, ob sich der Übersetzer hier vielleicht etwas vergriffen hat.

Fazit

Sicherlich hätte sich diese Geschichte deutlich besser als Film gemacht. Mir hat der Star Wars-Roman mit begrenztem Setting und einem kurzen Zeitraum jedoch sehr gefallen. Natürlich schlug auch das Fangirl-Herz ein wenig höher, weil Darth Maul Protagonist des Geschehens ist. Insgesamt is Star Wars – Darth Maul: Der Schattenjäger trotz seiner Makel ein sehr unterhaltsames Werk.

Wie bewerten wir? Lest hier nach.

 

Star Wars -Darth Maul: Der Schattenjäger
Autor: Michael Reaves
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag

 

Star Wars – Darth Maul: Der Schattenjäger

Price: EUR 32,11

4.4 von 5 Sternen (62 customer reviews)

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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