Die “Jäger”

Ein Jahr nach den Ereignissen der Feuer und Stein-Reihe treffen Menschen und außerirdische Lebensformen erneut aufeinander. In Leben und Tod: Predator wird ein Team von Marines auf dem Planeten Tartarus mit unerfreulichen Ereignissen konfrontiert als sie ein unbekanntes Raumschiff entdecken.

Jagdsport auf die Marines

Die Handlung des ersten Bandes ist recht simpel und vergleichbar mit den Predator-Filmen. Eine Gruppe von kampffähigen Menschen trifft während einer Mission im tiefsten Dschungel auf den Predator beziehungsweise in diesem Fall auf eine größere Gruppe und fällt deren Lieblingsbeschäftigung zum Opfer.

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David Palumbos Bilder überzeugen durch Details und Lichteffekte. (© Cross Cult)

Dabei strotzt die Handlung vor Klischees: ein besorgter Captain, ein Weyland Mitarbeiter, dessen Priorität das Nutzen der Alien-Technologie ist, ein Macho, der durch einen Fehler zweifelt und so weiter.

Im Prinzip ungefähr das, was ich mehr oder weniger erwarte, wenn ich einen Predator-Film anwerfe. Der Fokus liegt eben auf den Action-Szenen und diese können sich in diesem Comic sehen lassen.

Elegante Kampfkünste der Predators, platzende Köpfe, unruhiges Geballer der Menschen und durch die Vielzahl der Predators auf keiner Seite eine klare Überlegenheit. Die Menschen dürfen ruhig den einen oder anderen Predator töten, immerhin sind genügend da, doch damit büßen diese natürlich an Ausstrahlung ein.

Dies ist ähnlich wie bei den Alien-Filmen aufgebaut, in denen erst ein einziger Xenomorph durch seine perfektionierte Entwicklung genügte, um eine Gruppe von Menschen gekonnt zu dezimieren. Später stürmen einfach nur noch Horden der schwarzen Wesen auf ihre Feinde zu, und das mit unzählbar großen Verlusten.

Ja, ich kritisiere tatsächlich, dass in einem Comic mit dem Titel Predator, zu viele Predators vorkommen. Sie wirken nämlich leider sehr belanglos und austauschbar.

Ein weiterer negativer Aspekt des Comics findet sich in der Sprache. Nein, mich stören die eher weniger tiefgründigen Gespräche nicht, doch war ich sichtlich verwirrt, wenn die Worte Jäger oder Prädatoren Verwendung fanden. Sicher sind es die richtigen Übersetzungen von Predator, aber es missfiel mir dennoch. Ich persönlich hätte es bei dem Eigennamen belassen.

Die grafische Gestaltung hingegen konnte auf einigen Seiten mein Wohlwollen wecken. Es gibt Bilder, wie zum Beispiel das erste Auftreten eines Predators, die einfach traumhaft schön sind. Farben und Technik harmonieren in einigen Abschnitten auf einem sehr starken künstlerischen Niveau.

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Der Leser sieht den Predator, bevor er von den Marines wahrgenommen wird. (© Cross Cult)

Des Weiteren sind die Bilder von David Palumbo, der unter anderem für das Cover zuständig war, durch den Einsatz von Licht und Schatten zum Verlieben schön. Die vielfältigere Wahl der Schuppenfarben der Predators konnte mir ebenfalls sehr imponieren, doch leider ist nicht alles grafisch makellos.

Einige Panels sind etwas unsauber geraten, was mir insbesondere an den sonst so schönen Haaren der Predators auffiel. Diese verkamen hin und wieder zu lieblos hingeklatschten, schwarzen steifen Strichen. In actionlastigen Szenen möchte ich das gar nicht ankreiden, doch bei ruhigen Szenarien, finde ich es doch höchst ärgerlich.

Die Menschen waren für mich teils schwer auseinander zu halten und ich musste bei einigen Bildern genauer hinsehen, ehe ich die Person richtig identifizieren konnte. Wobei es natürlich bei einigen Menschen nicht besonders wichtig war, da sie bereits in der nächsten Szene das Zeitliche segneten.

Fazit

Leben und Tod: Predator hat mir eigentlich genau das geboten, was ich erwartet habe. Es werden bewährte Muster genutzt, die bereits aus den Filmen bekannt sind. Diese konnten mich somit zufriedenstellen. Im späteren Verlauf der Reihe werden dann die Alien-Reihe und Prometheus ähnlich wie bei der Feuer und Stein-Reihe Einfluss auf das Geschehen nehmen. Daher wusste ich den vorläufigen Fokus auf die Predators trotz ihrer Vielzahl sehr zu schätzen und hoffe, dass die Reihe sich nicht zu sehr verheddert, wenn sie die anderen Universen mit einbindet. Ein unterhaltsamer Einstieg für die Reihe Leben und Tod mit dem Potenzial, sich zu steigern.

 

 Was bedeutet diese Wertung? Das erfahrt ihr nach nur einem Klick.

Leben und Tod: Predator
Verlag: Cross Cult
Text: Dan Abnett
Zeichner: Brian Albert Thies
Farbe: Rain Beredo
Cover: David Palumbo
Übersetzung: Michael Schuster
Taschenbuch: 104 Seiten

Leben und Tod: Predator

Price: EUR 15,00

4.2 von 5 Sternen (4 customer reviews)

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