Rival Kings – Der König ist tot, es lebe der König


Zur Spiel’16 erschienen wieder hunderte neuer Spiele, von denen viele kleine oftmals nur wenig Beachtung finden. So ist auch das Kartenspiel Rival Kings eines von jenen, das neben Huch!&Friends anderen Neuheiten wie Touria und Ulm leider kaum bemerkt wurde.

Ein neuer Stern am Himmel

huc_2016_RivalKings_Auflage_A_SO_Path.indd

Schau mir in die Augen, Kleiner! (© Huch!&Friends)

Der gebürtige Kanadier Adrian Adamescu ist ein neues Gesicht unter den Spieleautoren. Rival Kings ist sein erstes veröffentlichtes Spiel. Allerdings sind bereits ein gutes Dutzend seiner Spiele für die kommenden Monate bei diversen Verlagen angekündigt worden. 2017 wird also ein spannendes Jahr für Adrian. Dementsprechend werden auch wir sehen, ob er sich mit seinen Ideen einen Namen in der Community machen kann. Auf jeden Fall haben wir uns schon mal Rival Kings  etwas näher angeschaut, um uns eine erste Meinung zu bilden.

Von oben herab

Der König ist tot und jetzt möchtet ihr an seiner Stelle herrschen. Ihr nutzt dazu diverse Personen am Hofe, um euren Einfluss über Land und Untertanen zu mehren.

Zu Beginn des Spiels legt ihr je zwei Stapel Gebäude- und Untertanenkarten aus. Da nur die Hälfte der Karten als Gebäude und Untertanen zur Verfügung steht, und die andere Hälfte der Karten als Münzen genutzt wird, ist jedes Spiel ein wenig anders. So erhaltet ihr fünf Münzen, zwei Wappen und einen Konfliktmarker. Außerdem werden die zwölf Charakterkarten gemischt.

Fertig aufgebaut, kann losgehen.

Fertig aufgebaut, kann losgehen!

Am Anfang jeder Runde erhaltet ihr drei Charakterkarten, wobei in jeder Runde zwei Durchgänge gespielt werden, d.h. ihr könnt zwei eurer Charaktere ausspielen.

In einem Durchgang spielen alle Spieler gleichzeitig einen Charakter aus. Dann prüft ihr, ob es zu Konflikten kommt. Höherrangige Charaktere haben zwar weniger Aktionen, dafür können sie aber unter Umständen Aktionen niederrangiger Charaktere stehlen. Welche Charaktere jeweils wen bestehlen können, steht auf den jeweiligen Karten. Außerdem blockieren ranggleiche Charaktere gegenseitig ihre Aktionen. Gestohlene oder blockierte Aktionen werden durch die Wappen der beteiligten Spieler markiert. Dann erhalten die Spieler, die durch einen solchen Konflikte Aktionen verloren haben, auch noch Konfliktmarker, die am Ende des Spiels Minuspunkte generieren.

Merkt euch gut wer was kann...

Merkt euch gut, wer was kann…

Anschließend dürft ihr, beginnend mit dem ranghöchsten Charakter, eure Aktionen ausführen. Die sind je nach gespieltem Charakter folgende:

  1. 1. Konflikt lösen: Ihr legt einen der Konfliktmarker zurück in den Vorrat.
  2. 2. Konflikt weitergeben: Ihr gebt den Konflikt an einen Mitspieler weiter.
  3. 3. Geld nehmen: Nehmt das gesamte Geld, das vor einem der Gebäude oder Untertanenstapel ausliegt.
  4. 4. Untertan anwerben: Ihr werbt einen der beiden zuoberst liegenden Untertanen an und legt das dafür zu entrichtende Geld vor dem entsprechenden Stapel ab. Der Preis des Untertanen ist auf seiner Karte angegeben.
  5. 5. Gebäude kaufen: Ihr erwerbt eines der beiden oben liegenden Gebäude und legt die benötigte Geldsumme vor dem entsprechenden Stapel ab.
Eure Untertanen wollen...

Eure Untertanen…

Wenn alle Spieler ihre Aktionen durchgeführt haben, beginnt ein weiterer Durchgang. Zu beachten ist dabei, dass euch der jeweils von euch zuletzt erworbene Untertan eine Sonderaktion ermöglicht. Da es sich dabei teilweise um andere als den bekannten fünf Aktionen handelt, werdet ihr vermutlich in den ersten Spielrunden gelegentlich einen Blick in die Anleitung werfen müssen. Sind zwei Durchgänge gespielt, werden alle Charakterkarten eingesammelt und es beginnt eine neue Runde.

Das Spiel endet, sobald einer der vier ausliegenden Stapel vollständig aufgekauft wurde. Dann wertet ihr eure Auslage:

...am liebsten die passenden Unterkünfte

… wollen am liebsten die passenden Unterkünfte

Bei der Wertung geben euch farblich zueinander passende Gebäude und Untertanen den Wert der höheren der beiden Karten in Punkten. Solltet ihr außer der Farbe auch noch das passende Symbol haben (z.B. sind Bergarbeiter und Bergwerk jeweils mit einer Spitzhacke gekennzeichnet), bekommt ihr die Punkte beider Karten. Einzelne Karten sind nur ein Punkt wert. Für je drei Münzen gibt es auch noch einen Punkt. Für jeden Konfliktmarker, den ihr euer eigen nennt, zieht ihr wieder zwei Punkte ab.

Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Ein königliches Spiel?

Rival Kings macht erstmal alles richtig: Einfache Regeln, viele Interaktionsmöglichkeiten und sobald man die erste Karte gekauft hat, hat man auch schon eine Idee, wohin die Reise geht. Trotzdem mag bei mir keine wirkliche Begeisterung aufkommen. Dadurch, dass man zwar sehen kann, was andere Spieler vor sich ausliegen haben, kann man zwar abschätzen, was sie gerne tun würden. Da aber die Charakterkarten zufällig verteilt werden, bricht das ganze “Mindgame” in sich zusammen, was in Spielen wie Broom Service oder Roll for the Galaxy tatsächlich einen großem Teil des Spielspaßes ausmacht. Die Konflikte haben einen großem Anteil am Spiel, aber welche Konflikte ausgetragen werden, hängt leider meist vom Zufall ab.

Fazit:

Rival Kings ist ein interessantes Spiel… für ein Autorendebut. Ich kann mir vorstellen, dass wir noch einige sehr gute Spiele von Adrian Ademescu sehen werden. Rival Kings ist aber “nur” unterhaltsam, und wird wohl bei den meisten Spielern nur wenig mehr als ein “ganz nett” hervorrufen.

Was bedeutet diese Wertung? Klickt hier und findet es heraus.

 

Rival Kings
Autor: Adrian Adamescu
Verlag: Huch! & Friends
Spielerzahl: 2-4
Dauer: 20-30 Min.
Alter: ab 8 Jahren
 

Huch & Friends 879387 – Rival Kings, Familien Standardspiele

Price: EUR 14,95

4.5 von 5 Sternen (2 customer reviews)

54 used & new available from EUR 11,61

Christian Turkiewicz

Liest bevorzugt Regeln zu Brett- und Rollenspielen. Liebt Bingewatching, hat aber keinen TV-Anschluss.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele, Pen&Paper, Serien

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden