Die Legenden von Andor – Die Reise in den Norden


Während wir und viele andere uns bereits durch die letzte große Andor-Erweiterung (Die letzte Hoffnung) spielen, möchte ich dennoch die Gelegenheit nutzen, nochmal einen Blick auf  Die Reise in den Norden zu werfen.

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Immer was fürs Auge! Schon die Schachtel verrät einen Eindruck vom Spielaufbau und macht Lust aufs Spielen. (© Kosmos)

Mit Die Reise in den Norden erschien 2014 die erste große Erweiterung für die Legenden von Andor, und “groß” ist tatsächlich eine angemessene Beschreibung. Michael Menzel hat hier eine Erweiterung geschaffen, die eigentlich den Umfang ein eigenen Spiel besitzt. Zwar bewegen wir uns noch immer in der Welt von Andor und benötigen auch einige Materialien aus dem Grundspiel, aber das Meiste ist tatsächlich komplett neu erschaffen worden.

Auf gehts!

Bei Die Reise im den Norden erreicht die Helden ein Hilferuf aus dem Reich Hadria weit im Norden. Um dorthin zu gelangen, brechen sie zu einer waghalsigen Seereise auf. Natürlich mag der Zwerg sowas gar nicht und bleibt derweil in Andor und kümmert sich um Cavern, das Reich der Zwerge.

Dafür steht euch stattdessen ein neuer Helden zur Verfügung: Stinnes der Seekrieger. Online findet ihr in der Bonuslegende Die Rückkehr der schwarzen Kogge sogar noch den Zauberer der Zeit namens Kirr. Und falls euch die Auswahl der Charaktere nicht genügt oder mit mehr als vier Spielern loslegen mögt, könnt ihr natürlich auf die Erweiterung Neue Helden zurückgreifen. 

Ähnlich und doch ganz anders

Euer Schiff

Euer Schiff: die Aldeberaan

Neben Stinnes gibt's auch jede Menge neue Verbündete und Gegner.

Neben Stinnes gibt es auch jede Menge neue Verbündete und Gegner.

Während viele Mechanismen aus dem Grundspiel übernommen und Andor-Veteranen mit dem Inhalt überwiegend vertraut sind, gibt es auch reichlich Neues: So reist ihr mit einem Schiff, die Aldeberaan, welche ihr im Laufe des Spiels mit neuen Ausbauten verbessern könnt. Auf eurer Reise in den Norden begebt ihr euch auf diverse Inseln und trefft auf jede Menge neue und interessante Gegner.

Die gemeinsame Planung ist noch etwas wichtiger geworden, da ihr euch nicht nur ein Schiff teilt, das die Helden von Insel zu Insel befördert, sondern auch viele Monster deutlich stärker sind als jene des Grundspiels. Tatsächlich habt ihr häufig nur dann eine Chance, gegen diese zu bestehen, wenn ihr gemeinsam angreift. Da ihr also deutlich stärker voneinander abhängig seid und vergleichsweise öfter gemeinsam reist, wurde der strategische Teil verlagert. Während im Grundspiel noch eine fixe Anzahl an Eindringlingen in eurer zu verteidigenden Burg zur Niederlage führen, gibt es nun eine flexible Ressource namens Ruhm.

Diesen könnt ihr verdienen und auch wieder einbüßen. Sollte eurer Ruhm jemals auf Null fallen, verlieren die Bewohner Hadrias ihre Hoffnung und die Legende ist verloren.  Auch geht der Erzähler nicht mehr voran, nachdem ein oder mehrere Gegner besiegt wurden. Ihr könnt und müsst oft sogar möglichst viele Gegner besiegen.

Zu den Legenden: Im Spiel werden vier Legenden mitgeliefert. Das ist eine weniger als im Grundspiel. Die Legenden selbst nehmen aber teilweise epische Ausmaße an und sind dichter erzählt als die fünf Basisgeschichten. Darüber hinaus besitzen die neuen Legenden einen höheren Wiederspielwert. Vom Aufbau her erinnern sie ein wenig an die Erweiterung Das Sternenschild. Ihr bekommt also rein rechnerisch trotz einer geringeren Anzahl an neuen Legenden deutlich mehr Spielzeit, bis ihr alles gesehen habt.

Was das Potential für eigene Abenteuer betrifft, so denke ich, ist hier etwas weniger Varianz als im Grundspiel enthalten. Wenn ihr aber beide Bretter miteinander kombiniert, ergibt sich ein gigantischer Spielplan auf dem ihr wahrhaft epische Legenden erschaffen könnt. Mehr Monster, ein ausbaufähiges Seegefährt, und neue Mechanismen wie Ruhm ermöglichen es euch, eure eigenen Legenden nun deutlich kampforientierter zu gestalten, wenn ihr dies wünscht.

Eine würdige Erweiterung

Wer seinen Spaß an die Legenden von Andor hatte (und noch immer hat), wird sicherlich auch Freude an Die Reise in den Norden haben. Und wer Leute kennt, die vom Grundspiel nicht ganz überzeugt waren, bekommt hier die Chance, diesen die Welt von Andor nochmal näher zu bringen. Denn Die Reise in den Norden legt trotz ähnlicher Mechanismen ihren Schwerpunkt auf andere Aspekte.

Wer allerdings schon die Kämpfe des Grundspiels zu schwer fand oder im Allgemeinen die Kämpfe für einen langweiligen Teil  hielt, den wird diese Erweiterung auch nicht begeistern. Für mich und meine Mitspieler war die Reise in den Norden ein tolles und spannendes Erlebnis. Inbesondere unsere Kinder, die immer gerne gegen Brettspiel-Monster kämpfen, hatten ihre Freude daran.

Beim nächsen Mal Die letzte Hoffnung, und ich sag euch schon mal jetzt: Von allem noch mehr!

 

Kosmos – Die Legenden von Andor – Teil II Die Reise in den Norden – Erweiterung

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4.8 von 5 Sternen (45 customer reviews)

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Christian Turkiewicz

Liest bevorzugt Regeln zu Brett- und Rollenspielen. Liebt Bingewatching, hat aber keinen TV-Anschluss.
Hauptthemen: Gesellschaftsspiele, Pen&Paper, Serien

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