Ohne Internet: Herr der Ringe: Das dritte Zeitalter


Mittelerde ist eine der beliebtesten Fantasywelten, die je geschaffen wurde und diente in der Folge vielen Videospielen als Handlungsort. So auch dem Spiel Herr der Ringe: Das dritte Zeitalter.

Das Spiel führt uns mithilfe von Filmausschnitten, welche von Gandalf kommentiert werden, in das Geschehen ein. Ich beginne als der menschliche Krieger Berethor aus Gondor allein in einem Wald und treffe prompt auf drei Nazghuls, woraufhin auch schon gleich der erste Kampf vom Zaun bricht – interessanterweise nur gegen zwei der dunklen Schergen. Das ist aber eigentlich auch egal, denn einer haut mich bereits mit dem ersten Schlag zu Boden und will mich schon hinrichten, als aus dem Nichts eine Klinge den Angreifer von mir abwendet. Die Elbin Idari, die im weiteren Verlauf von meinem Kumpel gesteuert wird, vertreibt die düsteren Geschöpfe mit Wassermagie.

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In der oberen Reihe die bekannten Gesichter Legolas, Gandalf und Eowyn. Darunter die spielbaren Charaktere.

Später wird mein Kumpel seinen Fokus auf Heilzauber legen und sonstige Offensivoptionen ein wenig vernachlässigen.

Fast schon zu einfach

Während des Spiels reisen wir den Gefährten hinterher und räumen die eine oder andere Schwierigkeit, die den Guten sonst in den Rücken fallen würde, aus dem Weg. Auf unserer Reise  erhält jeder von uns zwei weitere Spielfiguren.

Ich bekomme einen menschlichen Waldläufer und eine menschliche Axtkämpferin mit starken Angriffen und miserabler Verteidigung. Mein Kumpel bekommt einen Zwerg und einen Reiter Rohans an die Hand. Beim Durchstreifen der Welt steuert nur einer die Figur.

Ähnlich wie bei Final Fantasy läuft nur ein Charakter durch die virtuelle Landschaft, während der Rest nur in Videos und Kämpfen in Erscheinung tritt. Dabei können wir uns aussuchen, welche Figur diese Aufgabe bewältigt. Eine wichtige Entscheidung, da diese zusätzliche Erfahrungspunkte fürs Erkunden zugeschrieben bekommt.

Daher wechseln mein Kumpel und ich uns mit unseren Figuren ab. Das Praktische ist dabei, dass wir nicht umständlicherweise den Controller weiterreichen müssen. Vielmehr bleiben die Charaktere an den entsprechenden Spieler und seinen Controller gebunden.

Die Kämpfe selbst verlaufen rundenbasiert von statten. Insgesamt befinden sich drei Spielfiguren im Kampf, außer es wird von der Geschichte aus ein spezieller Charakter wie zum Beispiel Gandalf vorausgesetzt. Dann sind Ausnahmsweise vier Charaktere am Kampfgeschehen beteiligt. Die Steuerung des Gastcharakters wird zufällig dem ersten oder zweiten Spieler zugeschrieben. Bei den normalen Kämpfen wäre natürlich eine gerade Anzahl angenehmer gewesen, da so immer ein Spieler zwei Charaktere steuert und der andere entsprechend nur eine.

Die Kämpfe sind bis auf die Bosskämpfe zufallsbedingt. Somit kann diesen nicht ausgewichen werden. In der Konsequenz  entwickeln sich einige Passagen zu richtigen Ladezeitmonstern, obwohl diese meist nur wenige Sekunden dauert. Jeder, der mal Pokémon gespielt hat, weiß, was ich meine. Irgendwann nervt es einfach nur noch.

Trotz allem kommen wir recht zügig voran. Selbst der Kampf gegen den Balrog ist sehr flauschig, da die Elbin zu diesem Zeitpunkt bereits ein wahres Heilwunder ist. Bald darauf erhalte ich eine Morgulklinge. Fortan ist mein Krieger nicht mehr aufzuhalten, denn das Kampfgeschehen sah nun in etwa so aus: Ork 1 greift Krieger an, Krieger nutzt seinen passiven Konterschlag, Ork 1 stirbt, Krieger heilt sich für den verursachten Schaden; Ork 2 greift Krieger an, Krieger nutzt seinen passiven Konterschlag, Ork 2 stirbt, Krieger heilt sich für den verursachten Schaden usw.

Der Kampf gegen den Hexenkönig von Angmar

Es dauert nicht lang und wir stehen zusammen mit Eowyn auf einem der letzten Schlachtfelder dem Hexenkönig von Angmar gegenüber. Und auf einmal wendet sich das Blatt. Eowyn stirbt in wenigen Sekunden. Der Waldläufer kommt zu einem Schuss und krümmt sich dank Konterschlag ebenfalls auf dem Boden. Mein Krieger schlägt siegessicher zu und… der Schaden hätte genauso gut 0 betragen können. Die Elbin nutzt Magie und kratzt damit ein wenig an der Oberfläche. Immerhin!

Der verletzte Waldläufer wird mit einer anderen Figur ausgewechselt. Jeder Charakter wird ausprobiert und sie alle haben keine Chance. Vielleicht hätten wir dem Zwerg mehr Treffsicherheit geben sollen? Oder doch auf mehr Rüstung setzen müssen? Wir landen wieder beim Waldläufer.

Eine Sekunde später liegt er im Dreck und dort bleibt er auch. Wir setzen weiter auf Magie, während ich versuche, den Hexenkönig ein wenig mit Berethor zu ärgern. Es scheint zumindest so weit zu funktionieren, da er seinen Fokus auf mich legt. Doch plötzlich legt der Hexenkönig mit zwei aufeinanderfolgende Angriffen los und setzt der Elbin gehörig zu.

Der Kampf dauert gefühlt schon Stunden und allmählich kommt die Erkenntnis: Vielleicht wäre das eine oder andere Training nicht schlecht gewesen. Der Anfang lief so leicht, dass wir eventuell viel zu schnell durch die Gebiete gerannt sind.

In meiner Verzweiflung fange ich an, in meiner virtuellen Tasche herumzuwühlen. Leider bin ich jemand, der im echten wie im virtuellen Leben keinen Wert darauf legt, Ordnung meinem Gepäck zu schaffen. Ich werfe dem Hexenkönig beliebige Gegenstände an den Kopf bis mein Blick auf einen Objekt fällt, den ich bereits vergessen hatte: “Morgul Verfall” – unsere Rettung. Die Rüstung des Hexenkönigs fällt und wir können das Blatt endlich wenden. Der Rest des Spiels ist dann nur noch ein gemütlicher Spaziergang.

Fazit

Die Grafik ist sicherlich nicht mehr die Beste und zwischen den Kämpfen kann nur ein Spieler wirklich etwas tun, aber das Spiel bietet so viele Kämpfe, dass es gar nicht auffällt. Die Synchronisation gleicht die Grafik locker aus. Für einen gemütlichen Couch-Koop-Abend kann ich Herr der Ringe: Das dritte Zeitalter uneingeschränkt empfehlen.

 

Wie bewerten wir? Lest hier nach.

 

Herr der Ringe: Das dritte Zeitalter
Plattform: X-Box, Nintendo Game Cube, PS2
Genre: Rollenspiel

Der Herr der Ringe: Das dritte Zeitalter

Price: EUR 39,94

3.3 von 5 Sternen (39 customer reviews)

13 used & new available from EUR 3,23

Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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