Nacherzählung eines Films


Star Wars: Das Erwachen der Macht hat durch den Autoren Chuck Wendig und den Zeichner Luke Ross eine gleichnamige Comicumsetzung erhalten. Die deutsche Ausgabe erschien bei Panini und fand unweigerlich seinen Weg zu uns. Lohnt sich die Anschaffung der Filmadaption oder findet hier eine gnadenlose Ausschlachtung des Franchise statt?

Wer die Handlung des Films kennt, wird die des Comics ebenfalls kennen. Doch für diejenigen, die lieber lesen als schauen: Aus dem zerstörten Galaktischen Imperium hat sich die Erste Ordnung erhoben und der einstige Retter Luke Skywalker ist verschwunden. Doch ein ehemalige Verbündeter des Widerstands hat Informationen über den Aufenthaltsorts des Jedi. Lukes Schwester und Anführerin des Widerstands General Leia Organa entsendet ihren besten Piloten Poe Dameron nach Jakku, um die Informationen zu holen. Doch unglücklicherweise hat die Erste Ordnung ebenfalls von den Hinweisen Wind bekommen und versucht, den Widerstand an seinen Plänen zu hindern.

Poe Dameron wird gefangen genommen, schafft es jedoch die Hinweise in seinem Droiden BB-8 zu verstecken. Im Laufe der Geschichte werden der desertierte Sturmtruppler Finn und die Schrottsammlerin Rey in die Geschehnisse hereingezogen und versuchen mit Hilfe von Han Solo, den Droiden sicher zum Widerstand zu bringen.

Ein Gefühl des Vertrauten

Bereits das Cover des Comics zeigt alle wichtigen und vertrauten Figuren des Films. Oben links findet sich die Maske von Kylo Ren, die sehr gut getroffen ist und soweit ich sehen kann, keine Fehler in der Verzierung aufweist. Rechts findet sich die weibliche Protagonistin Rey, die nicht nur optisch, sondern auch in ihrer Mimik dem Filmbild entspricht. In der Mitte von links nach rechts sind die Köpfe oder Oberkörper von Leia, Han Solo, Finn, Poe und C-3PO. Bei Leia konnte ich Carrie Fisher als Vorbild nur vermuten und auch das Gesicht von Poe Dameron wirkte auf mich irgendwie verkehrt. Im unteren Teil finden sich noch weitere Charaktere, wie BB-8 und Phasma. Insbesondere über Phasma habe ich mich gefreut, da ich die Figur trotz ihres bis jetzt sehr kurzen Auftritts zu schätzen wusste.

Das Cover weckt damit in mir ein sehr vertrautes und wohlwollendes Gefühl, welches durch die warmen und sanften Farben verstärkt wird. Dies wird durch die ersten Seiten verstärkt. Denn der Comic beginnt mit dem bekannten Text : “Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie…” und führt auf der nächsten Seite den zusammenfassenden Text auf, der sich auch vor dem Film findet.

Die Geschichte selbst überspringt einige Szenen des Films und setzt quasi mit dem Zusammentreffen zwischen Kylo Ren und Poe ein. Kleine Textboxen geben dabei kurze Informationen zu den Figuren. Bis auf eine kleine Montage, die uns Han Solos Vergangenheit zeigt, läuft die Geschichte exakt so ab wie der Film. Selbst die Dialoge wurden eins zu eins übernommen. Fremdsprachen werden durch Fußnoten übersetzt und somit gibt der Comic eigentlich eine sehr gute Filmadaption ab.

Snoke und Kylo Ren sind sehr gut getroffen. Doch wer ist der andere Typ? (©Panini)

Der Zeichenstil behält seinen hohen Anspruch des Covers bei und so sind die Punkte, die ich zu bemängeln habe, eigentlich auf einem sehr hohen Niveau angelegt:
1. Reys Gesicht wirkt im Comic in einigen Szenen deutlich erwachsener und auf einem Bild hat sie fälschlicherweise blaue Augen. Da es immer recht schwer ist, reale Personen in einem angemessenen Comicstil umzusetzen kann ich da bei Rey eigentlich ganz gut drüber hinwegsehen, aber 2. Poe Dameron sieht auf vielen Bildern einfach nur grauenhaft zerfurcht aus und General Hux hätte ich vermutlich gar nicht erkannt, hätte ich nicht gewusst, dass er es sein soll.

3. Finde ich es sehr schade, dass die Szenen, in denen Kylo Ren als Gegner wirklich mächtig erscheint, wie zum Beispiel das Anhalten des Blasterschusses, entweder gar nicht vorkommen oder dermaßen verkürzt wurden, dass sie eigentlich irrelevant sind. Das finde ich insofern schade, da es Kylo Ren bei vielen Fans schon schwer genug hat, als Gegner ernstgenommen zu werden.

Gut finde ich hingegen die Umsetzung von Snoke, der im Comic auf mich einen größeren Eindruck hinterlassen hat als im Film. Durch die Farbwahl wirkt er wirklich bedrohlich und erhaben. Des Weiteren hat die Adaption es geschafft, in mir Emotionen, die ich beim Filmgucken verspürt hatte, erneut hervorzurufen. Dies geht von der traurigen Szene mit Han Solo, die hier insbesondere durch die Zusammensetzung der Bilder punktet, bis zum Lachen, wenn Kylo Ren seine Maske abnimmt.

Fazit

Obwohl bei einer Adaption, die Handlung natürlich nicht mehr überraschen kann, schafft der Comic es durch die richtige Farbwahl und eine gute zeichnerische Umsetzung der Charaktere die Stimmung des Films einzufangen. Star Wars: Das Erwachen der Macht ist ein Pflichtkauf für jeden, der auf Adaptionen steht, und für jeden, der Science Fiction lesen, aber nicht gucken mag.

Was bedeutet diese Wertung? Das erfahrt ihr nach nur einem Klick.

 
Star Wars Das Erwachen der Macht
Autor: Chuck Wendig 
Zeichner: Luke Ross
Verlag: Panini
Taschenbuch: 144 Seiten

 

Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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