Alchemie, Vergeltung und Intrigen


Galkiddek von Giroud und Grella gehört zu den Comics, die zwar keinen leicht einprägsamen Namen besitzt, aber durchaus Aufmerksamkeit erregt. Der Comic, welcher am 1. März 2017 beim Splitter Verlag erschien, weckte offenkundig auch mein Interesse.

Im ersten Moment erwartete ich durch die Betitelung und das imposante Cover ein Fantasy-Abenteuer im Stile von Herr der Ringe. Diese Annahme erwies sich bereits auf den ersten Seiten als falsch, führte jedoch nicht zu einer Enttäuschung.

Einst war Galkiddek ein fröhlicher Ort. (© Splitter)

Galkiddek ist der Name eines Reiches, welches einst von Musik, Festen und Freude erfüllt war. Doch bei einem Angriff stürzte sich die Burgherrin Eloée in den Tod. Zurückbleibt ihr nun der Rachsucht und Verbitterung verfallene Gatte Sir Galohan. Der zwielichtige Magier Alcantor nutzt die Gunst der Stunde und unterbreitet letzterem ein verlockendes Angebot: die Wiederbelebung von Eloée.

Daraufhin greift Sir Galohan die Stadt Ram an, um einen Bilderhauer zu finden, der ein Abbild seiner Frau erschaffen kann, tötet dabei aber den lokalen Herrscher und nimmt dessen Tochter Lady Lillewyn  samt Dienerin gefangen. Erst will Lady Lillewyn Galkiddek schnellstmöglich verlassen, doch dann treibt ihre Neugier sie und die Erzählung voran.

Malerisch und vielversprechend

Die Zeichnungen und die Farben erinnern mich an meine erste Kunstvorlesung zur Malerei der Renaissance. Die Pastelltöne vermitteln eine unglaublich schöne und realistisch wirkende Welt. Szenen, die in der Vergangenheit spielen, werden durch Grautöne mit einzelnen Akzentuierungen in Rot hervorgehoben.

Lady Lillewyn versucht den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. (© Splitter)

Obwohl die Gesichter sehr fein und ordentlich gezeichnet sind, war ich insbesondere auf den ersten Seiten ein wenig überfordert. Der Comic wirft einen mitten ins Geschehen, wobei sich anfänglich so viele Männer in Rüstungen tummeln, dass ich mir zuweilen nicht sicher war, wer unter ihnen Sir Galohan ist.

Insgesamt haben mich die Charaktere ein wenig an Game of Thrones erinnert. Es ist aktuell noch schwer zu sagen, wem zu trauen ist und für wen ich eventuell Sympathie empfinden sollte. Lady Lillewyn wirkt nicht selten recht listig und irgendwie haftete in ihrer Art etwas an, was mich an die bürgerlichen Trauerspiele des 18. Jahrhundert erinnert.

Der Magier Alcantor erscheint zwar wie der klassische durchtriebene Alchemist, aber irgendwie erweckt auch er in mir Mitleid. Tatsächlich bin ich gespannt, wie sich die Charaktere im Laufe der nächsten zwei Bände entwickeln und was sie dem Leser noch offenbaren werden.

Sprachlich bewegt sich der Comic zwischen einem altertümlichen und modernen, aber recht rauen Sprachstil, der mich hin und wieder stocken ließ.

Fazit

Galkiddek 1. Die Gefangene ist ein empfehlenswerter erster Band mit interessanten Charakteren und einem angenehmen Zeichenstil, der Lust auf mehr macht.

 

Was bedeutet diese Wertung? Das erfahrt ihr nach nur einem Klick.

 

Galkiddek 1. Die Gefangene
Autor: Frank Giroud
Zeichner: Paolo Grella
Verlag: Splitter
Gebundene Ausgabe: 48 Seiten
Band: 1 von 3
 

Galkiddek: Band 1. Die Gefangene

Price: EUR 14,80

4.0 von 5 Sternen (1 customer reviews)

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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