Ein Familienfilm


Filme, die sich im Kino zu Gemüte geführt werden, erscheinen während des Schauens viel überwältigender als sie sind und Fortsetzungen sind selten so gut wie ihr Vorgänger. Im Falle von Guardians of the Galaxy Vol. 2 ist das anders.

Den ersten Guardians of the Galaxy hatte ich mir dank Marvelübersättigung nicht im Kino angesehen. Im Nachhinein ein Fehler. Daher begleitete ich dieses Mal zwei Freunde in die Spätvorstellung. Nach einigen viel zu langen Trailern und gedanklichen Notizen für die nächsten Kinobesuche ging der Film los.

Die Familie

Als erstes fiel mir etwas ganz Bestimmtes besonders positiv auf: Der 3D-Effekt wirkte deutlich besser als sonst. Die zweite Erkenntnis: Der Film wird Spaß machen.

Nach einer kurzen Szene auf der Erde legt der Film einen sehr musikalischen, amüsanten und irgendwie originellen Anfang hin, wenn wir beim ersten Kampf mit der Kamera durchgehend beim kleinen Groot (der selbst so manchem Mann im Kino ein “Oh” oder “süß” entlockte) bleiben und das Kampfgetümmel vorerst verschwommen im Hintergrund zu sehen ist. Jeder Protagonist interagiert in dieser Szene zwischenzeitlich mit Groot, tritt somit kurz in den Vordergrund und verschwindet dann wieder in den verschwommenen Hintergrund. 

Wie bereits aus manchen Trailern ersichtlich, sind alle wichtigen Figuren aus dem ersten Teil wieder mit dabei. Chris Patt als der nicht ganz so menschliche Peter Quill, Zoe Saldana als die kampftalentierte Gamora und Dave Bautista als der sehr direkte Drax. Und natürlich ist wie bereits erwähnt Groot dabei und sein animalischer Freund Rocket, die je nach Sprachausgabe, einen anderen talentierten Synchronsprecher zu verzeichnen haben. 

Den anfänglichen Kampf führen die Guardians für das genetisch verbesserte Volk Sovereign aus, um deren Batterien zu schützen. Als Lohn wird ihnen Nebula (Karen Gillan) übergeben, die sie für ein hohes Kopfgeld einlösen wollen. Während der Mission hat Rocket jedoch einige der sehr wertvollen Batterien mitgehen lassen, woraufhin die Guardians von unbemannten Raumschiffen der Sovereigns verfolgt werden. Trotz der Hilfe eines Unbekannten müssen sie mit dem Schiff eine Bruchlandung hinlegen. 

Gamora, Nebula, Peter, Drax und Rocket bereiten sich vor, zu kämpfen. (© Walt Disney Studios)

Der Unbekannte und seine Insektenbegleiterin Mantis (Pom Klementieff) sind der Gruppe gefolgt. Der Mann stellt sich als Ego (Kurt Russel) vor und behauptet Peters Vater zu sein. Er lädt die Gruppe auf seinen Planeten ein. Diese beschließt, dass Rocket und Groot mit Nebula zurückbleiben, um das Schiff zu reparieren, während der Rest Ego erstmal begleitet.

Währenddessen sinnt die Hohepriesterin der Sovereigns auf Rache. Soweit so gut… wenn man die Handlung jetzt auf ein Wort herunterbrechen würde, wäre es Familie. Ja, wahrlich sehr klischeehaft. Doch Guardians of the Galaxy Vol. 2 verpackt das Ganze recht gut.

Fast schon perfekt

Das Beste an Guardians of the Galaxy Vol. 2 ist die Musik. Wie bereits der erste Teil arbeitet der Film mit sehr vielen musikalischen Untermalungen, die durch Qualität und Bekanntheit im Gedächtnis bleiben. Kurz nach dem Soundtrack kommen die Charaktere, die auf ihre fehlerhafte Art und Weise unglaublich sympathisch sind.

Im Gegensatz zu anderen Marvel-Filmen wirkt der Humor selten aufgesetzt und unterhält – das Lächeln wollte gar nicht mehr aus meinem Gesicht weichen. Nun ja zumindest fast nicht, denn am Ende wird es doch sehr emotional und der Brustkorb schnürte sich mir zu. Ich war dankbar für den humoristischen Abspann, der die Hauptstimmung des Films wieder aufgriff und mich ein wenig entlastete.

Ihr merkt vielleicht schon, dass ich bemüht bin, hier so wenig wie möglich zu verraten. Guardians of the Galaxy Vol. 2 ist meiner Meinung nach ein Film, der wirklich unter Spoilern leidet und lieber ohne Vorwissen genossen werden sollte.

Daher zum dritten Punkt, der mir sehr gut gefällt: die Vielfalt des Universums. Ja, das ist jetzt ziemlich weit gefasst. Doch irgendwie bin ich fasziniert von den diversen Hautfarben, Augen, Zähnen, Pflanzen, Tierchen und hatte ich den putzigen Groot schon erwähnt? Es passt alles einfach irgendwie zusammen und bleibt gleichzeitig einzigartig.

Es werden neue Freundschaften geschlossen (© Walt Disney Studios)

…aber eben nur fast

Farbtechnisch ist Guardians of the Galaxy Vol. 2 unglaublich bunt und in einigen Passagen vielleicht auch etwas zu anstrengend und grell. Insbesondere da die Kamera sehr verspielt ist. Es wird mit Vogel- und Froschperspektive, Großaufnahmen und der Aufsicht gearbeitet. Der 3D-Effekt ist wie bereits erwähnt deutlich besser als bei anderen Produktionen. Dennoch gibt es noch immer das Problem, dass der Fokus manchmal so gelegt ist, dass andere interessante Bildbereiche verschwimmen.

Ein kleiner Makel des Films, der sonst einfach Spaß macht, obwohl es an der einen oder anderen Stelle es auch andere kleinere Schwachstellen gibt: nicht nachvollziehbare Handlungen, ein “magischer Ortswechsel” (den man evtl. sogar erklären kann), ein Spruch zu viel, stärkere Abweichung von den Comics etc. Doch Jurassic Park hat auch so manchen Fehler und ist ein klasse Film.

Fazit

Guardians of the Galaxy Vol. 2 sollte nach Möglichkeit im Kino geschaut werden, denn hier entfaltet er sein volles Potenzial: Ein Feuerwerk, welches insbesondere mit Freunden zusammen Spaß macht. Doch ich behaupte, selbst wenn ich den Film auf dem heimischen Fernseher geschaut hätte, hätte er mich  mitgerissen. Absolut Pflicht für jeden, der gerne lacht.

Was bedeutet diese Bewertung? Lest es hier nach.

 
Guardians of the Galaxy Vol. 2
Regisseur: James Gunn
Genre: Abenteuerfilm, Komödie, Science Fiction
Laufzeit: 136 Minuten
FSK: 12
 

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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