Der beste Superheldenfilm?


Er wurde bejubelt, gelobt, und zuweilen als der beste Superhelden- oder zumindest DC-Film beschrieben. Die Erwartung an den Wonder Woman Film von Patty Jenkins waren entsprechend hoch. Doch konnte der Film diesen Erwartung stand halten?

Mein Herz klopfte dermaßen laut, als der Film nach der ganzen Werbung endlich begann, dass ich schon glaubte, meine Sitznachbarn würden es hören. Zugegeben Wonder Woman ist jetzt nicht so etwas wie meine Kindheitsheldin, die mir irgendwie ein Vorbild gewesen wäre. (Das war, was fiktive Frauenfiguren anging, tatsächlich Xena). Doch mit den Jahren hat es Wonder Woman irgendwie geschafft, einer meiner liebsten Heldinnen zu werden.

Glücklicherweise legte sich die Anspannung sofort, als ich Gal Gadot als Diana sah. Denn dank Batman v Superman wusste ich bereits, dass es an der Schauspielerwahl nicht scheitern wird. Der Film wandert nach einer kurzen Einleitung nach Themyscira, die Insel der Amazonen und Dianas Heimat. Es wird sich viel Zeit gelassen, um die Welt der Amazonen und Dianas Vorstellung von Kampf und Krieg zu präsentieren.

Die Amazonen scheuen keinen Kampf (© Warner Bros. Entertainment)

Die Szenerie ändert sich dann grundlegend, als Diana ihre Heimat verlässt, um Steve Trevor (Chris Pine), der zuvor mit seinem Kampfflieger in der Nähe von Themyscira abgestürzt ist, zurück in seine (unsere) Welt zu begleiten. Hier herrscht der erste Weltkrieg. Diana vermutet durch Geschichten, die sie als Kind gehört hat, dass dies Ares Werk sei. Sie ist fest davon überzeugt, dass, wenn sie den Kriegsgott erschlägt, der Krieg beendet sein wird.

Wonder Woman hat viele Stärken…

Dianas Schritte in der ihr unbekannten Umgebung sind recht humoristisch gestaltet, ohne dabei lächerlich zu wirken. Mit zunehmendem Fortgang der Handlung nimmt dieser Humor jedoch ab. Es werden die Grausamkeiten des Krieges eingefangen, sodass es sich stellenweise wahrlich wie ein Kriegsfilm anfühlte. 

Diana stürzt sich in den Kampf, um die Wehrlosen zu schützen. (© Warner Bros. Entertainment)

Die Kampfszenen sind sehr imposant und mitreißend gestaltet. Wenngleich zuweilen etwas übertrieben umgesetzt, haben mir diese Szene dennoch einen angenehmen Schauer über den Rücken laufen lassen. Fast immer war ich dann aber auch ein wenig enttäuscht, wenn sich ein Kampf dem Ende neigte. Insbesondere Robin Wright als die Amazone Antiope ging in den Kämpfen richtig auf und überzeugte durch eine Gesichtsmimik irgendwo zwischen grimmiger Kriegerin und stolz lächelnde Siegerin.

Doch was mir besonders an dem Film gefiel: Wonder Woman mag eine Heldin sein, aber sie muss während ihres Abenteuers einige herbe Rückschläge einstecken, die nicht nur bei ihr einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. So sind es die Emotionen einer jungen Frau, die erstmalig mit einem wirklichen Krieg konfrontiert wird, die Gal Gadot wunderbar glaubhaft inszeniert.

Der Film wirkt schon fast perfekt und ich fühle mich euphorisiert von der Stärke, die Wonder Woman in jeder ihrer Handlungen ausstrahlt. Untermalt werden diese ganzen positiven Aspekte von einer sehr einprägsamen Musik, die mir selbst jetzt noch in den Ohren klingt.

…und sie hat Schwächen

Die Gegenspieler bleiben wie so oft blass und unbedeutend. Ich war sogar traurig, dass gleich zwei Schurken, auf die ich mich gefreut habe, eigentlich auch gar nicht hätten auftauchen müssen. Sie dienen lediglich dazu, Wonder Woman in einem besseren Licht dastehen zu lassene. Hinzukommend konnte ich die Gegenspieler meist nicht sonderlich ernst nehmen.

Gal Gadot als Wonder Woman kann ohne Probleme überzeugen. (© Warner Bros. Entertainment)

Und auch das Finale hinkt gewaltig, wenn mit einem CSI-Gewittersturm ein langweiliger Kampf mit fadenscheinigen Dialog inszeniert wird und damit die letzten emotionalen Momente völlig überdeckt. 

Doch schlussendlich schafft es der Film, diese Schwächen auszugleichen. Denn es wird nicht der Endkampf sein, der mir in Erinnerung bleibt, sondern die tristen grauen Szenen im Schützengraben, wenn sich mit anschwellender Musik Wonder Woman erhebt, um für ihre moralische Überzeugung einzustehen.

Fazit

Ich halte Wonder Woman für einen mitreißenden Superhelden Origin Film, der durch einprägsame Musik, fesselnden Bildern und seine Protagonisten überzeugen kann. Der Film ist für jeden empfehlenswert, der gerne Superheldenfilme guckt. 

Was bedeutet diese Bewertung? Lest es hier nach.

 

Wonder Woman
Regisseur: Patty Jenkins
Genre: Actionfilm
Laufzeit: 140 Minuten
FSK: 12
 

Wonder Woman Steelbook (exklusiv bei Amazon.de) [3D Blu-ray] [Limited Edition]

Price: EUR 34,99

3.8 von 5 Sternen (101 customer reviews)

1 used & new available from EUR 34,99

Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden