Eine süße Wonder Woman


Der bei Panini erschiene Comic Wonder Woman: Das erste Jahr präsentiert uns die Rebirth Neuinterpretation von Dianas ersten Schritten auf dem Weg zu der bekanntesten und größten Superheldin des DC-Universums.

Wie alles begann …

Kann sich Wonder Woman in der Reihe “Lügen” nicht mehr an ihre Vergangenheit erinnern, offenbart dieser Band zumindest dem Leser, wie diese aussieht. Wie bereits im erst genannten Band übernimmt wieder Greg Rucka die storytechnische Gestaltung und wird dabei von Nicola Scott und Bilquis Evely zeichnerisch unterstützt.

Die ersten Seiten zeigen eine junge Diana, im griechischen/römischen Look, die während der ‘Sternenkunde’ ihren Blick lieber auf den Horizont richtet, anstatt die Sterne zu betrachten. Der Grund: Alle anderen Amazonen kennen die ‘Männerwelt’, die da draußen lauert. Sie selbst kennt nur Themyscira und weiß, dass jeder, der den geschützten Ort verlässt, seine Unsterblichkeit und das Recht der Rückkehr verwirkt. 

Auf den nächsten Seiten werden dem Leser Diana und der Soldat Steve Trevor näher gebracht, indem sie in verschiedenen Lebenssituationen gezeigt werden. Dabei wird sich bemüht, die Ähnlichkeit der beiden, trotz ihrer unterschiedlichen Welten herauszustellen. Das Leben der beiden könnte fast perfekt sein, doch eines Tages bei einem Ausritt entdeckt Diana einen riesigen verdorrten Baum, um den herum die Welt grau und trüb wirkt.

Bei einem Ausritt entdeckt Diana einen mysteriösen Baum (©Panini / DC)

Fasziniert von dem Gewächs nähert sich Diana diesem und will ihn berühren, doch dabei wird sie von einer schwarzen Schlange gebissen und erkrankt. Kurz nach ihrer Genesung ereilt Steve sein Unglück: Als er auf einer Mission ist, um die Terrorgruppe Sear aufzuhalten, stürzt das Flugzeug seiner Truppe ab. Die Beschützer (Götter) der Amazonen gewähren ihm Einlass nach Themyscira und die Amazonen können ihn retten. 

Die Königin der Amazonen, Dianas Mutter, befürchtet, dass der Schlangenbiss, der nahe am ‘Tor’ stattfand, eine Berührung war, und beschließt, dass eine Amazone den Soldaten zurück in die Männerwelt begleiten soll. 

In der Welt der Männer

Wonder Woman versteht viele Situationen völlig falsch (©Panini / DC)

Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass die Amazone, die schließlich Steve begleitet, Diana ist. Wonder Womans Aufeinandertreffen mit der ‘Männerwelt’ ist hierbei sehr schön gestaltet. Sie beherrscht kein Englisch, sondern eine Mischung aus antiken Sprachen und so versteht sie nicht viel mehr als die Namen der Menschen. Sie interpretiert viele Situationen am Anfang als viel gefährlicher, da sie nur die Erzählungen der anderen Amazonen kennt, und ist dadurch mehr als verunsichert. Diese Unsicherheit und die Angst werden unglaublich gut in Dianas Gesicht festgehalten und auch ihre Körperhaltung spricht auf vielen Seiten Bände. 

Erst im Verlauf der Geschichte erhält Diana ihre Kräfte durch die Götter, wobei diese Szene durch die tierische Gestaltung der Götter etwas Disney-Prinzessinnenhaftes hat. Und selbst nachdem sie diese Kräfte hat, ist sie noch sehr unsicher. Erst Dr. Barbara Ann Minerva, die spätere Cheetah, kann ihr durch ihr antikes Sprachwissen die Angst nehmen und helfen, ein freundschaftliches Band zwischen der Amazone, ihr selbst, Steve und Etta zu weben.

Besonders interessant hierbei ist, dass der Comic Dr. Minerva sehr viel Zeit einräumt und ihre Vergangenheit offen legt. Ich persönlich empfinde es immer als sehr angenehm, wenn die Lektüre hilft, nicht nur dem Helden näherzukommen. Neben den doch recht humoristischen und emotionalen Momenten darf sich der Leser jedoch auch über Wonder Womans erste Kampferfahrung, außerhalb des Trainings mit ihren Schwestern, freuen, wenn sie dem Kriegsgott Ares gegenübersteht. 

Wonder Woman versucht den Kriegsgott Ares mit Worten zu besänftigen(©Panini / DC)

Damit trifft Diana in einem Band auf viele wichtige Charaktere für ihr späteres Leben als Wonder Woman und ich muss sagen, ich liebe die Gestaltung von allen. Besonders entzückend fand ich Dianas unsicheres Lächeln, dass sie zwar manchmal etwas verpeilt wirken lässt, aber sehr deutlich zeigt, dass sie in dieser Welt fremd ist. Besonders amüsant ist auch ihr Gesichtsausdruck, als sie das erste Mal Cola probiert.

Die Götter in Tiergestalt sind eine nette Idee, doch leider wirkt das Ganze ein wenig kitschig (©Panini / DC)

Einen weiteren sehr positiven Aspekt finde ich die Sprachdiffernz zwischen den Charakteren. Damit dem Leser dies deutlich wird, und trotzdem  das Gesprochene versteht, wird mit unterschiedlichen Schriftarten und Sprechblasen gearbeitet. Diese Methode irritierte mich nur in zwei Momenten: Dr. Minerva kann Diana ein Wort erklären, obwohl es in der Amazonensprache offensichtlich keine Entsprechung gibt und anscheint ist es egal, welche Sprache die Götter sprechen, jeder kann sie verstehen. Gut, es sind nicht umsonst Götter. 

Es gibt jedoch zwei Punkte, die ich persönlich als etwas lächerlich empfand. Wie beim Lesen dieses Artikels vielleicht schon aufgefallen, gefiel mir die Szene mit den Göttern in Tiergestalt nicht so, da diese doch sehr kitschig geraten ist. Beim Zweiten durchblättern ist mir aufgefallen, dass Steve Trevor sehr oft oben ohne zu sehen ist.  

Fazit

Ich liebe Wonder Woman: Das erste Jahr. Musste ich die Einsteigerfreundlichkeit bei Wonder Woman: Die Lügen infrage stellen, ist dieser Comic genau der Richtige, um die Amazone und die Charaktere, um sie herum kennen- und liebenzulernen. Ein absoluter Pflichtkauf

Was bedeutet diese Wertung? Das erfahrt ihr nach nur einem Klick.
 
Wonder Woman: Das erste Jahr
Autor: Greg Rucka
Zeichner: Nicola Scott, Bilquis Evely
Verlag: Panini
Taschenbuch: 148 Seiten

Wonder Woman: Das erste Jahr

Price: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen (6 customer reviews)

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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