Wenn ein Comic zum Videospiel wird


Auf der RPC 2017 in Köln war auch wieder dieses Mal wieder Kochmedia beziehungsweise Deepsilver mit mehreren Anspielstationen vor Ort. Neben Elex hat mich vor allem Battle Chasers: Nightwar angezogen.

Battle Chasers ist eigentlich ein actiongeladener Fantasycomic mit Steampunk-Elementen, ersonnen vom Darksiders Designer Joe Madureira. Allerdings wurde die Geschichte nie fertig erzählt und es fehlen noch diverse Bände. Als im September 2015 die Kickstarter-Kampagne zum Videospiel online ging, war mein Interesse geweckt. Zwar beteiligte ich mich nicht am Crowdfunding, habe mich aber sehr über den positiven Ausgang gefreut.

Ein Kampfgolem erkundet die Welt: Exploration soll ebenfalls einen großen Teil einnehmen. (©Airship Syndicate/Kochmedia)

Nun sollte ich auf der RPC die Gelegenheit haben, das Spiel zumindest kurz anzutesten. Dieser Text ist weit davon entfernt, einer richtige Rezension zu sein, da ich die Demo des Spiels nur kurz angespielt habe. Und dennoch möchte ich gerne meinen ersten Kurzeindruck mit euch teilen.

Das Spiel soll da ansetzen, wo die Comics aufgehört haben. Die Helden sind auf der Jagd nach dem Bösen und der Suche nach dem großen Held, der den Tag retten soll. So weit, so standardisiert. Ich hoffe, dass die Geschichte noch etwas anzieht, sollte sie aber mit Blick auf die Vorlage.

Battle Chasers ist im Gamedesign ein klassisches JRPG mit rundenbasierten Kämpfen, Fähigkeiten und mächtigen Spezialangriffen. Zwischen den Kämpfen bewegt ihr eure Party auf der Weltkarte umher, bis ihr eine neue Begegnung habt. Eine Besonderheit ist mir als absoluter JRPG-Noob aufgefallen: Die Helden bauen eine Art Momentum mit jedem Standardangriff auf. Dieser Wert wird bei Fähigkeiten eingesetzt, ehe das Mana abgezogen wird. Das bedeutet, dass es sehr clever ist, anfangs auf die schwächeren Attacken zu bauen, ehe die mächtigen Fähigkeiten zum Einsatz kommen.

Klassische, rundenbasierte Kämpfe im JRPG-Stil stehen an der Tagesordnung. (©Airship Syndicate/Kochmedia)

Soweit ich gespielt habe, waren die Kämpfe nicht sehr schwierig, wurden aber langsam fordernder. Sobald den drei gesteuerten Helden auch drei Gegner gegenüberstehen, wird der Kampf etwas fairer für die Feinde.

Mit dem Fokus auf den Kampf haben die Macher den Geist der Vorlage sehr gut aufgnommen. Schon in den Comics geht es nicht um große Entdeckungen oder lange Dialoge, sondern um knallharte Action. Auch der grafische sowie erzählerische Stil passt sehr gut, was aber nicht weiter verwundert, da es schließlich eine Entwicklung von Madureiras Airship Syndicate ist. Gerade die kleinen Scherze in den wenigen und kurzen Dialogen sind ganz im Geiste der Comics.

Bisher kann ich also sagen, dass Fans von Battle Chasers auch das Videospiel definitiv im Blick behalten sollten. Enthusiasten von JRPGs und rundenbasierten Rollenspielen finden hier sicherlich auch etwas für ihre Sammlung, wobei ich das Gefühl habe, dass Battle Chasers hier nichts neu oder besonders gut macht. Doch warten wir ab, bis wir das fertige Spiel in Händen halten können.

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Felix Mohring

Jahrelanger Pen&Paper-Spieler und -Leiter. War mal in der Gamesbranche tätig. Leitet als Chefredakteur NonPlayableCharacters inhaltlich.
Hauptthemen: Games, Pen&Paper

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