Eine Ode an die NordCon 2017


Eine Ode an die NordCon 2017. Geschrieben von Sascha Martens.

NordCon, oh NordCon. Wie sehr ich dich doch mag.
Du mit deinen Spielzelten, Workshops, Lesungen und vielem mehr.
Verzauberst mich jedes Jahr auf’s Neue gar sehr.
Auch wenn es immer das gleich ist seit Jahren,
werde ich nie verzagen und jedes Jahr den Weg zu dir wagen.

Die NordCon 2017

Und mit diesem eher schlechtem als rechtem Auftakt wünsche ich euch ein herzliches Willkommen zur NordCon 2017. Nun ja, zumindest zu meinem Bericht von besagter Con. Im letzten Jahr durften Felix und Marten ihren Senf abgeben. Dieses Jahr bin ich dran und möchte euch sagen, was ich an der NordCon mag und was ich vermisse.

Jedes Jahr aufs Neue

Spiele gab es wieder in Hülle und Fülle.

Fangen wir doch gleich mit dem Negativen an. Oder doch lieber dem Positiven? Ganz genau genommen kann man das nicht sagen. Denn die NordCon ist von Jahr zu Jahr eigentlich fast immer gleich. Auf dem Hof werden Zelte der verschiedenen Brettspiel-Händler und Publisher aufgebaut – Spielkultur Hamburg hat das größte Zelt abbekommen. Kein Wunder, schließlich bieten sie eine schier unmögliche Menge an Gesellschaftsspielen, die man sich aushleihen und bespielen kann.

Im Innenbereich sind wieder Atlantis, sowie Q-Workshop anzutreffen. Genauso wie viele kleinere Pen and Paper-Produktionen, wie in diesem Jahr Seelenfänger (Wir haben mit Jörg sogar schon einmal über das Pen and Paper gesprochen) oder das Endzeit Rollenspiel No Return. Außerdem konnte man hier Buchautoren und talentierte Grafiker finden. Und es gab wieder die Möglichkeit das Spiel Artemis mitzuspielen. Ganz oben konnte man gegen Zombies in die Schlacht ziehen – natürlich mit Nerf-Guns.

Auf der Wiese war erneut der LARP-Bereich zu finden, diesmal allerdings ohne richtige Bühne. Dafür mit einer neuen Aufteilung, die meiner Meinung nach allerdings die Spielfelder ein wenig zu sehr in die Ecke gedrängt hat. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass sie nur ein Anhängsel seien. Dabei ist das Jugger- sowie das Kampffeld doch der Bereich, wo die meiste Action abgeht.

Aber ist das alles nun wirklich so schlimm? Mitnichten. Für alteingesessene NordCon-Besucher ist es zwar immer das Gleiche, aber diese kommen auch nicht unbedingt weil sich die Con ständig neu erfindet. Die “Veteranen” kommen, um alte Bekannte wieder zu treffen, oder um mit neuen Leuten, neue Spiele spielen zu können. Für Neulinge bietet die NordCon wiederum alles, was man von solch einer Con erwartet: Es gibt sogar eine Kinderbetreuung!

Der nicht ganz faire Vergleich mit der RPC

Das Problem welches ich mit der NordCon hatte, war, dass ich es mit der RPC verglichen habe. Die RPC Germany ist eine riesige Veranstaltung, auf der man viele Neuigkeiten und sehr sehr viele Menschen sehen kann. Unter anderem auch Stars aus verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen – und von Jahr zu Jahr mehr Cosplayer. Die NordCon wiederum, auch wenn sie sich selber als “Deutschlands größte freie Convention für phantastische Spiele und Literatur” bezeichnet, ist deutlich kleiner und hat den Fokus auch ganz woanders. Ein paar Beispiele gefällig?

Tabletop durfte natürlich auch nicht fehlen. Hier das neue Warhammer 40K.

  • Auf der NordCon gibt es Workshops in Hülle und Fülle, in Klassenzimmern, die auch dementsprechend ruhig sind. Auf der RPC ist das eher etwas schwieriger.
  • Man hat mehr Möglichkeiten Spiele einfach zu spielen, anstatt diese nur kaufen zu können.
  • Die Autoren und Illustratoren haben immer ein offenes Ohr. Gut, das liegt daran, dass sich viel weniger Menschen durch die Gänge schieben, macht das aber auch viel angenehmer.

Der Fokus der NordCon liegt meiner Meinung nach also eher auf dem Miteinander, statt wie auf der RPC auf dem Konsumieren von Informationen und Neuigkeiten. Das war aber ein Lernprozess, den ich erst einmal abschließen musste.

Was genau mir an der NordCon nun gefällt

Aber was mag ich nun speziell an der NordCon? Das meiste habe ich oben schon erwähnt. Es ist deutlich ruhiger. Man kann sich Zeit für Unterhaltungen nehmen. Man kann Spiele einfach mal ausprobieren. Du hast dir ein neues Spiel gekauft? Super. Setz dich ins Zelt und spiele es mit deinen Freunden. Versuch das mal auf der RPC (Anmerkung: Auf der 2. RPC, die noch in Münster stattfand, gab es dafür einen extra Bereich. Der wurde leider abgeschafft). Man hat ein wenig das Gefühl von “nach Hause kommen”. Man kennt sich, man grüßt sich und nimmt sich Zeit füreinander.

Nachdem ich das erkannt habe und wir uns ins Spielkultur Hamburg-Zelt mit ein paar Spielen gesetzt haben, fing der Spaß auch richtig an. Das ist die Essenz der NordCon. Außerdem durfte ich Martens neues Spiel “We’re going on a fucking adventure” spielen. Welches mir im übrigen sehr viel Spaß gemacht hat.  Am Ende des Tages geht man optimalerweise mit neuen Kontakten, neuen Spielen oder neuen Büchern nach Hause.

Und was gefällt mir nun nicht?

Man konnte sich auch wieder zu vielen Runden anmelden

Dennoch gibt es einiges, was mir immer noch nicht gefällt. Zum Beispiel die Beschilderung. Die Garderobe war zwischen dem Warhammer 40K Turnier “Da Conflict” und den Toiletten beheimatet. Ich weiß das, weil ich seit zig Jahren die NordCon besuche. Aber neue Besucher? Ich weiß, dass es nicht einfach ist, eine Beschilderung zu erstellen, die allen gerecht wird. Außerdem gibt es immer noch das Programmheft. Trotzdem denke ich, dass man das besser lösen könnte. Die kleine Bühne, welche im Programmheft auftaucht, ist weder beschildert noch auf der Karte zu finden.

Außerdem denke ich, dass man die kleinen Stände aus den engen Fluren raus und auf die großen Bereiche verteilen sollte. Ich finde, dass sie schlecht zur Geltung kommen. Es gibt kaum Licht auf den engen Fluren und die großen Bereiche im Treppenhaus sind weitestgehend leer oder nur von einem Stand gesäumt. Und bringt die Illustratoren weiter nach vorne, oder füllt wiederum den Gang zu ihnen mit mehr Ausstellern. Dieses Jahr waren drei Illustratoren vor den Toren der großen Halle postiert, in der die Lesungen stattgefunden haben – völlig abgeschnitten vom Rest.

Meiner Meinung nach, würde die gesamte Convention noch lebendiger wirken, wenn alles etwas kompakter zusammengeschoben und nicht so weit voneinander weggestellt wird – zumindest im Schulgebäude. Ab der zweiten Etage hat man das Gefühl, dass gar nichts mehr los ist. Dabei befinden sich noch die komplette Artemis beziehungsweise Starfleet Academy hier sowie die Zombie Nerf Gun Action.

Bin ich nächstes Jahr wieder dabei?

Auch auf der NordCon durfte Cosplay und LARP nicht fehlen.

Aber sowas von. Auch wenn ich mich langsam damit abfinden muss, dass ich zum alten Eisen gehöre, was die NordCon angeht und damit der “Glanz des Neuen” für mich verschwunden ist, bleibe ich wegen der Menschen. Ich hatte sehr viel Spaß, mich mit den verschiedenen Leuten unterhalten zu können und konnte so auch den einen oder anderen Kontakt knüpfen, den wir hier dann vielleicht auch demnächst mit einem Bericht verewigen werden.

Würde ich denn die NordCon weiterempfehlen? Unbedingt! Auch 2017 hat sie wenig von ihrem Charme verloren. Aber gerade den Leuten, die noch nie dort gewesen sind, empfehle ich unbedingt mal reinzuschauen. Wenn ihr Familie habt, umso besser. Gerade für Kinder gibt es so viel zu entdecken und fast alles ist kindgerecht aufgebaut. Aber auch Veteranen empfehle ich wieder einen Besuch. Allerdings solltet ihr eure Sicht der Con, so wie ich, weiter in Richtung “Alte Freunde wieder treffen und Spiele spielen” drehen und weniger auf das “Es ist so neu und toll”-Gefühl, welches man hat, wenn man eine Convention das erste oder zweite Mal besucht.

Sascha Martens

Ist der CTO (Chief of Technology and Other stuff) der Seite und hält im Hintergrund die Technik und alles andere zusammen.
Hauptthemen: Comics, Games, Serien

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