Green Arrow und Black Canary sind zurück


Panini fasst mit dem Green Arrow Megaband die ersten zwölf Rebirth Comics zum maskierten Bogenschützen zusammen und beschert dem deutschen Markt damit einen sehr kompakten Sammelband, der Einsteiger und Fans gleichermaßen begeistern soll.

Zum Kennenlernen

Bereits die ersten Seiten versprechen Action. (© Panini/DC)

Green Arrow findet – trotz der bei mir vorhandenen Sympathie – recht selten seinen Weg in meine Comic-Sammlung. Doch der bei Panini erschienene Band erregte dank Black Canary auf dem Cover gleich meine Aufmerksamkeit. Ich hoffte nämlich, dass eine Änderung von The New 52 rückgängig gemacht wird.

Der Band beginnt mit dem Kennenlernen der beiden bereits genannten Helden, die sich gemeinsam auf die Suche nach entführten Obdachlosen machen. Dieses Kennenlernen dient auch dem Leser als notwendige Informationsquelle, da sich insbesondere Green Arrow offenkundig nicht die Mühe macht, ihr seine wahre Identität Oliver Queen zu verheimlichen. Es scheint, als wären die beiden von Anfang an wie magnetisch miteinander verbunden, auch wenn diese durch einige Spannungen manchmal kurzzeitig unterbrochen wird. 

Die Suche führt die beiden zu Olivers eigener Firma, dessen Machtposition von irgendjemanden ausgenutzt wird. Dabei geraten die Helden abermals ein wenig aneinander, denn Green Arrow ist durchaus der Meinung, dass Geld glücklich macht, wenn dieses richtig eingesetzt wird. Diese Einstellung teilt Black Canary nicht gänzlich, da sie Olivers recht luxuriösen Lebensstil in Frage stellt und zugleich die Anmerkung einstreut, dass auch die Justcie League diesen etwas fraglich findet.

Beim Besuch in Green Arrows Penthouse kann der Leser eine weitere wichtige Figur des Bandes besser kennen lernen: Olivers Halbschwester Emiko Queen. Diese ist die Tochter der Assassine Shado und wurde von dem Superschurken Komodo aufgezogen. Im weiteren Verlauf der Handlung wird sie die beiden Helden begleiten und die Comics “Sins of the Mother” und “The Killing Time” für sich einnehmen. 

Eine wahre Fundgrube

Black Canarys Posen und Gesichtsausdrücke sind manchmal einfach nur unpassend. (© Panini/DC)

Die Handlung schreitet recht langsam voran. Dafür wird den Figuren viel Zeit gewidmet. Teils wirken aber auch einige Handlungsabschnitte bedeutungslos. Es entstehen Dialoge, die zwar humoristisch gemeint sind, zu schnell aber ins Lächerliche und Banale abrutschen und somit den Lesen unnötig aufhalten. In anderen Momenten, so scheint es, wurde unnötigerweise ein Panel, welches die Handlung besser verständlich machen könnte, ausgespart. 

Gegenspieler werden teils nur kurz umrissen, denn es kommen doch recht viele vor. Hier möchte ich die Einsteigerfreundlichkeit ein wenig bestreiten. Zwar wird den Helden viel Raum geboten, doch die Schurken bleiben mir insgesamt nur als Schemen in Erinnerung. Mühsam empfand ich die beiden Comics, die sich um Emiko Queen drehen. Persönlich kann ich dem Charakter nicht viel abgewinnen, sodass sich mein Interesse, ihr über einen längeren Zeitraum zu folgen, stark in Grenzen hielt. 

Zeichnerisch ist der Megaband hingegen eine wahre Fundgrube von Schönheit und… nun ja… Missgeschicken. Durch zwölf vereinte Bände treffen hier natürlich recht unterschiedliche Stile aufeinander. Während ich diesen bei “The Ninth Circle” interessant und teils für DC untypisch fand, erschien der Stil von “Sins of the Mother” wie von einer Superhelden-Kinderserie. 

Doch nicht nur der Zeichenstil innerhalb der zwölf Bänden unterscheidet sich, innerhalb dieser gibt es auch Momente, die durch die Mimik oder Körperhaltung merkwürdig oder ungewollt komisch wirken. Insbesondere Black Canarys Posen, die wohl sexy sein sollten, sind in einigen Panels mehr als unpassend, wenn nicht sogar absurd. Dafür punktet Green Arrow immer mit einem ausgesprochen emotionalen und überzeugenden Mienenspiel.

Fazit

Der Green Arrow Megaband ist ein netter Einstieg für Leser, die den Helden noch nicht kennen. Ob das Versprechen, dass es auch Serien-Fans begeistern wird, halten kann, vermag ich jedoch nicht zu beurteilen. Der Humor und die unterschiedlichen Zeichenstile sind gewöhnungsbedürftig und stoßen bei mir nicht an jeder Stelle auf wohlwollen. Im Großen und Ganzen ist der Band durch seine gebotene Vielfalt ein recht unterhaltsames Werk.

 

Was bedeutet diese Wertung? Das erfahrt ihr nach nur einem Klick.

 

Green Arrow Megaband 1
Autor: Benjamin Percy
Zeichner: Otto Schmidt, Juan Ferreyra, Stephen Byrne
Verlag: Panini
Taschenbuch: 276 Seiten
Enthält die Storys: Green Arrow: Rebirth, Green Arrow 1-11
 

Green Arrow Megaband: Bd. 1 (2. Serie): Der neunte Zirkel

Price: EUR 26,00

4.3 von 5 Sternen (3 customer reviews)

62 used & new available from EUR 22,99

Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden