Call of Cthulhu – Erste Schritte


Obwohl ich dem Cthulhu-Mythos mittlerweile sehr zugetan bin, konnte ich leider nie eine entsprechende Gruppe für dieses Rollenspiel-Setting finden. Daher wagte ich mich mithilfe von den kostenlosen Einsteigerregeln und Soloabenteuern alleine in diese Welt, um zumindest ein gewisses Gefühl für das Spiel zu erlangen und gegebenenfalls aktiver nach einer passenden Gruppe zu suchen.

Die Regeln

Die verkürzten Regeln sind leicht verständlich und der Versuch, nach diesen einen Charakter zu entwerfen, gestaltete sich ohne Vorwissen deutlich leichter als bei manch anderem Pen and Paper. Auch die relativ simplen Würfelproben weckten sofort mein Wohlgefallen, denn insbesondere das DSA-Regelwerk empfinde ich in spannenden Storymomenten mit seinen Würfelorgien als lästig (zugegeben, das liegt natürlich zum Teil auch an der Gruppe).

Vermutlich kommen im vollständigen Regelwerk noch einige Dinge hinzu, aber soweit ich das beurteilen kann, ist das Einsteigerregelwerk eine gute Möglichkeit für Neulinge sich einzulesen, ohne Geld zu investieren. Das Werk bietet mir alles, was ich mir persönlich für einen ersten Überblick wünsche: eine Übersicht über benötigte Materialien, Charaktererschaffung inklusive kleiner Beispiele, natürlich das Spielsystem mit Beispielen zu verschiedenen Würfen und Kampfsituationen und einige atmosphärische Bilder. Danach folgt noch das Abenteuer Spuk im Corbitt-Haus, welches ich mir nicht durchgelesen habe, da es ein Gruppenabenteuer ist und mir unter Umständen noch begegnen könnte. 

Die Einsteigerregeln sind somit eine sehr gute Hilfestellung und nehmen auch dem Spielleiter schon mal ein wenig Arbeit ab.

Das Soloabenteuer

Vorweg, ich bin eigentlich kein Fan von Soloabenteuern. Viele Abenteuer wirken durch den knappen Schreibstil wie für Kinder geschrieben und das Hin- und Herblättern nimmt mir persönlich Spannung und Lust an der Geschichte. Um ein Gefühl für eine Welt oder ein Setting zu bekommen, können Soloabenteuer jedoch durchaus hilfreich sein.

Ich wählte das kostenlose Schatten über Arkham, in dem ich die Rolle des Anthropologie-Studenten Sam übernahm. Die Regeln braucht man für dieses Abenteuer im übrigen nicht lesen, denn es nimmt einen an die Hand, gibt Attribute von Sam vor und sagt genau, wann gewürfelt werden muss und welche Ergebnisse benötigt werden. 

Ich bin recht flott durch die Geschichte gewandert, was teils an meiner Vorgehensweise lag, aber zum Großteil an meinem Würfelglück und den doch recht großzügigen bemessenen Proben. Das Abenteuer scheint darauf aufgelegt zu sein, dass man eines der Enden erreicht und nicht mittendrin durch Würfelpech das Zeitliche segnet. Es hat ca. 45 Minuten gedauert, bevor ich mein Ende der Geschichte erreichte. Mit dem ich sogar recht zufrieden war. 

Denn die Story von Schatten über Arkham ist durchaus gelungen. Bekannte Orte aus Lovecrafts Werken und der einen oder anderen unerwarteten Wendung tragen zu einer angenehmen Atmosphäre bei, die zum versinken in der Geschichte einlädt. Schade fand ich jedoch, dass durch das Springen zwischen den Abschnitten ab einem gewissen Punkt leichte Spoiler für ein erneutes Durchspielen entstehen. 

Einige Tage später sah ich mir Der dunkle Messias an. Dieses Abenteuer ist bereits deutlich komplexer. Ich schlüpfe in die Rolle von dem Privatdetektiven Andrew Webster. Dieses Mal darf ich selber Punkte verteilen. 

Eine Frau, die unter Amnesie leidet, möchte, dass ich herausfinde, wer sie ist und was mit ihr geschehen ist. Ich beginne die Ermittlung und es ist von Anfang an spannend. Jede Minute, die verstreicht, muss ich notieren, denn die Uhrzeit hat einen Einfluss auf bestimmte Ereignisse und Begegnungen. Auch unliebsame Spoiler bleiben dieses Mal aus, da dass Abenteuer eine andere Beschreibungsart der Abschnittswahl bietet. Wird in Schatten über Arkham mit Worten beschrieben, was passiert sein muss, damit einem eine andere Wahlmöglichkeit geboten wird, arbeitet Der dunkle Messias mit Ereignisfeldern. Wird in einem Abschnitt zum Beispiel auf E4 hingewiesen und es wurde unter E4 eine Abschnittsnummer notiert, ist nun der Zeitpunkt gekommen, diesen Abschnitt zu lesen. 

Tatsächlich habe ich beim ersten Lesen/Spielen das Ende des Soloabenteuers Der dunkle Messias nie erreicht. Meine Neugier im unpassenden Moment gepaart mit etwas Übermut hat mir schließlich die Schlinge um den Hals gelegt. Dennoch hat mir das Abenteuer sehr viel Spaß gemacht und ich werde es bei Gelegenheit noch einmal versuchen.

Fazit

Mir gefällt Call of Cthulhu sehr und es könnte neben Vampire: The Masquerade und Kleine Ängste mit entsprechender Gruppe durchaus eines meiner liebsten Pen and Paper werden. Die von Pegasus kostenlos zur Verfügung gestellten Werke sind hilfreich, empfehlenswert und ein gutes Angebot. 

Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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