Neue Freunde, neue Feinde


Am 24.10. kam der neue Band der Wonder Woman Rebirth Reihe Zwischen Lüge und Wahrheit auf den deutschen Markt. Im vorherigen Band wurde Diana damit konfrontiert, dass ihre Erinnerungen gefälscht sind und ihre Vergangenheit eine Lüge ist. Doch wie wird die Heldin mit diesem Wissen umgehen? Wer steckt hinter dieser Fälschung?

Es wird aufgrund von möglichen Spoilern geraten, die vorangegangenen Bände gelesen zu haben.

Ein Blick in die Vergangenheit

Diana gerät in eine Schockstarre, nachdem sie erkennen muss, dass alles eine Lüge war. Steve Trevor richtet in einem Brief einige Worte an seinen “Engel”, bevor er sich auf den Weg macht und die Amazone mit ihrer Heilung alleine lässt. 

Ares Söhne hecken einen perfiden Plan aus (© Panini/DC)

Wir springen in der Zeit zurück und befinden uns in Metropolis kurz nach Dianas erster Ankunft. Sie lernt Superman und Batman kennen, meistert kleine und große Heldentaten und erregt ungewollt die Aufmerksamkeit dritter. Phobos und Deimos, die beiden Söhne des Ares, wollen mithilfe von Wonder Woman auf die Insel der Amazonen gelangen, um ihren Vater zu befreien.  Sie nutzen Veronica Cales Tochter, um diese für ein perfides Spiel zu missbrauchen, welches die Amazone schwächen soll. 

Die weitere Handlung zieht sich über einen längeren Zeitraum hin, welche einige Informationen bezüglich Cheetahs Verwandlung, Veronica Cales Motivation und die Rebirth Circe offen legt. Nach der eigentlich Handlung finden sich noch drei kurze Storys über Wonder Woman: Für Wahrheit und Gerechtigkeit, Der Fluch und die Ehre sowie Der letzte Kaiju.

Storytechnisch geht es dieses Mal doch recht langsam voran, aber mit Circe betritt ein neuer wichtiger Protagonist die Bühne und es ist interessant zu sehen, wie Wonder Woman auf manchen Charakter das erste Mal trifft. Erfrischend fand ich, dass Steve Trevor am Anfang den Erzähler mimen durfte und es einige Einblicke in seine Gedanken und Gefühle gibt. Veronica Cale entwickelt sich ebenfalls zu einen recht sympathischen Charakter, dessen Beweggründe verständlich sind, auch wenn man ihre Vorgehensweise letztlich in Frage stellen sollte. 

Die Söhne des Ares sind für mich noch ein zweischneidiges Schwert. Einerseits fand ich sie ganz amüsant und als Gegner durchaus interessant, andererseits sind sie für mich nicht unbedingt Furcht und Schrecken, sondern erinnern doch eher an eine Zwillingsversion von Loki.

Unterschiedliche Zeichner

Circe, Wonder Womans größte Feindin, betritt die Bühne (© Panini/DC)

Eine knappe Zusammenfassung der grafischen Gestaltung ist dieses Mal recht schwierig, da Greg Rucka für dieses Projekt von verschiedenen Zeichnern unterstützt wurde. Renato Guedes Zeichnungen lassen Wonder Woman an mancher Stelle recht alt wirken. Gerade ihre Gesichtspartien sind nicht sehr vorteilhaft ausgestaltet. Nicola Scott verleiht, wie bereits bei Wonder Woman: Das erste Jahr , der jungen Diana hingegen ein sehr naives,  teils sogar kindliches Aussehen. Die kräftigen Farben, die Romulo Fajardo Jr. nutzt, unterstreichen diesen friedfertigen Ton.

Bilquis Evely, die ein Großteil der Haupthandlung grafisch begleitet, hat wiederum einen sehr zarten Stil, der insbesondere die Mimik der Protagonisten hervorhebt. Hierbei gefällt mir ihre Circe mit dem schelmischen Grinsen recht gut, obwohl ich den neuen Tomboy-Look noch etwas gewöhnungsbedürftig finde. Ebenfalls sehr gelungen sind die Söhne des Ares, die mehr an englische Lords als an griechische Götter erinnern und sich so unauffällig zwischen den Menschen bewegen können, um Furcht und Schrecken (oder Schabernack) zu verbreiten. Nur wer auf die Idee gekommen ist, Wonder Woman gräuliche Haare zu verpassen, hat meines Erachtens hier völlig daneben gegriffen.

Mirka Andolfos Zeichnungen sind gut, passen aber nicht zum Gesamtkonzept(© Panini/DC)

Mirka Andolfos Zeichnungen sind sehr rundlich und machen die Charaktere deutlich jünger, als sie eigentlich sind. Durch die größeren Augen fühlte ich mich teils an den ein oder anderen Manga erinnert und empfinde die Wahl des Stils hier als misslungen. Zwar sieht dieser keinesfalls schlecht aus, aber er mag einfach nicht zu den anderen Stilen passen und bricht somit aus dem Gesamtkonzept aus.

Bei den drei zusätzlichen Geschichten stören mich die gänzlich anderen Stile nicht, da sie nicht zu der Hauptstory gehören. Ich empfinde sie sogar teils als recht erfrischend. Insbesondere die Zeichnungen bei Der letzte Kaiju harmonieren mit der Geschichte und entwickeln ein recht süßes Konzept.

Fazit

Zwischen Lüge und Wahrheit gibt sich sehr viel Mühe jedem Charakter Raum zu bieten und schleicht mit der Handlung nur allmählich voran. Dementsprechend unbefriedigend ist für mich das Ende des Bandes, da ich zwar gut unterhalten wurde, aber alles irgendwie noch in der Luft hängt und man sich eigentlich noch immer am gleichen Punkt befindet, wie bereits am Ende von Die LügenOb die Fragen im Januar beim nächsten Band geklärt werden? Wer weiß. Zumindest haben wir hier sehr unterhaltsame Hintergrundinfos zu diversen Personen und Ereignissen, die insbesondere den Charakteren um Wonder Woman herum mehr Tiefe verleihen. 

 

Was bedeutet diese Wertung? Das erfahrt ihr nach nur einem Klick.

 

Wonder Woman: Bd. 2 (2. Serie): Zwischen Lüge und Wahrheit
Autor: Greg Rucka
Zeichner: Nicola Scott, Bilquis Evely, Mirka Andolfo et al.
Verlag: Panini
Taschenbuch: 160 Seiten

 

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3.0 von 5 Sternen (3 customer reviews)

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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