Happy Deathday


Happy Deathday ist ein Horrorfilm im Und täglich grüßt das Murmeltier – Gewand. Meine Erwartungen waren – gelinde gesagt – sehr gering. Das Schema wurde bereits so oft genutzt, dass es eigentlich gar nicht mehr überzeugen kann. Bereits bei der Umsetzung von Supernatural hatten die Jungs es echt schwer, mit diesem Konzept noch irgendwie zu punkten.

Die Studentin Tree (Jessica Rothe) erwacht an ihrem Geburtstag in der Studentenbude eines fremden Jungens, der sich ihr als Carter (Israel Broussard) vorstellt. Sie hat offensichtlich zu viel getrunken und verlässt genervt das Gebäude, um das Haus ihrer Schwesternschaft aufzusuchen. Ihre Zimmergenossin Lori (Ruby Modine) erzählt ihr, was am letzten Abend passiert ist, und gratuliert ihr zum Geburtstag, bevor sich Tree auf den Weg zu ihrer Vorlesung macht. 

Tree, das typische Blondchen? (© Universal Pictures International Germany GmbH)

Danach trifft sie sich mit ihrer Schwesternschaft, in der es ein klischeehaftes Gespräch über Essen gibt, damit uns der Film kurz darauf verdeutlichen kann, dass Tree etwas mit ihrem Dozenten hat, falls das nicht schon durch den Blick während der Vorlesung verdeutlicht wurde. Ein zeitlicher Sprung: Es ist bereits dunkel geworden und Tree trifft erstmals auf den Killer und stirbt. Der Tag beginnt von Neuem.

Bald erkennt Tree, dass es nur eine Möglichkeit gibt, um zu entkommen: Sie muss herausfinden, wer sie töten will. Blöd nur, dass sie sich die letzte Zeit wie eine Bitch aufgeführt hat und kaum jemanden trauen kann.

Kann der Film überzeugen?

Wie bereits gesagt: Das Konzept ist nicht neu. Doch welcher Film kann schon wirklich mit einer neuen Idee aufwarten? Dennoch möchte ich mal mit den negativen Sachen anfangen.

1. Die Musik. Im Trailer wurde noch mit für mich annehmbarer Musik geworben. Doch leider ist der Handyklingelton von Tree im Film dermaßen nervig, dass sich mir jedes Mal meine Fingernägel hochgerollt haben. Auch als mehrere Tage schneller durchgespielt werden, empfinde ich die Musik als sehr unpassend, wobei es hier aber an meinem persönlich Musikgeschmack liegen kann. 

2. Die Auflösung. Ich werde natürlich nicht verraten, wer es auf Tree abgesehen hat, aber für mich war es relativ früh klar. Ob es nun an den vielen konsumierten Horrorfilmen, mangelnder Kreativität der Filmemacher oder an etwas anderem liegt, vermag ich nicht zu beurteilen.

Tree und der Killer (© Universal Pictures International Germany GmbH)

3. Die Maske. Killer in Horrorfilmen haben immer eine ikonische Maske, die insbesondere für Fortsetzungen gerne wiederverwendet wird, aber auch im ersten (oder einzigen) Teil dazu dient, eine fast mystische Figur aufzubauen. Die Maske des Killers aus Happy Deathday schafft das leider nicht. Auch wenn der Film mehrheitlich einen humoristischen Ton anschlägt, ist das Gesicht eines Babys mit nur einem Zahn die dümmste Maske, die die Filmemacher sich hätten aussuchen können. 

4. Trees Charakter. Der Film möchte mir weiß machen, dass Tree ein richtiges Miststück ist. Das gelingt dem Film jedoch nicht. Viel zu zaghaft tastet sich dieser an ein Bitch-Image heran, um keinesfalls den Sympathie-Faktor zu gefährden. Schade. 

Das sind jedoch glücklicherweise die einzigen negativen Aspekte, denn Happy Deathday hat viele sehr unterhaltsame Punkte, wovon ich hier nur einige nennen werde. Da ist zu einem das schauspielerische Talent von Jessica Rothe, die insbesondere an den humorvollen Stellen durch eine starke Gesichtsmimik überzeugen kann. Ebenfalls sehr gelungen sind die Tötungsszenen, die den einen oder anderen zum Schmunzeln bringen werden und durch eine gelungene Schnitttechnik gänzlich auf Blut verzichten können. (Der Film ist im übrigens ab 12 Jahren.) 

Des Weiteren kann Happy Deathday trotz einiger Logiklöcher einen gewissen Spannungsgrad aufrecht erhalten und  dabei eine süße Liebesgeschichte  einbinden, die in keinen Moment nervig wird. Selbst einen sehr emotionalen Moment meistert der Film (hier sogar mit passender Musik), ohne dabei den Fokus zu verlieren.

Fazit

Happy Deathday schafft es nicht mit Und täglich grüßt das Murmeltier oder mit etlichen Horrorfilmen mitzuhalten. Aber gerade diese Mischung aus beiden machen einen überdurchschnittlich unterhaltsamen Film, der die eine oder andere Überraschung bereithält. 

 

Was bedeutet diese Bewertung? Lest es hier nach.

 

Happy Deathday
Regisseur: Christopher Landon
Genre: Horrorfilm, Thriller
Laufzeit: 96 Minuten
FSK: 12
Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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