Ihr wurdet betrogen


Darth Malgus führt in dem Buch Star Wars: The Old Republic – Betrogen von Paul S. Kemp das Sith-Imperium in den Krieg gegen die Jedi und erobert mit einem einzigen Angriff Coruscant, welches der Imperator als Druckmittel für Friedensverhandlung nutzen will. Doch Darth Malgus will keinen Frieden mit den Jedis. Er will Konflikte, um stärker zu werden.

Unsere Zeit ist gekommen.
Über 300 Jahre lang rüsteten wir uns in den Schatten;
Wir wurden immer stärker, während ihr euch und
euer Volk in Sicherheit wähntet.
Ihr dachtet, ihr wäret die Führer der Republik –
doch ihr wurdet getäuscht.
Verraten von der Dunklen Seite der Macht,
mit deren Hilfe wir euch mit Blindheit schlugen.
Ihr wurdet betrogen –
und nun wird eure Republik fallen.
 – Darth Malgus

Euch kommen diese Worte bekannt vor? Kein Wunder. So ähnlich finden sie sich bereits in dem Betrogen-Trailer von dem Online-Spiel Star Wars: The Old Republic. Die Szenen, die in dem Trailer zu sehen sind, nehmen auch einen Teil des Buches ein, offenbaren jedoch deutlich mehr als der Trailer im ersten Moment vermuten lässt. Für diejenigen, die den Trailer doch noch nicht kennen, können sich diesen hier anschauen:

Welcher Weg ist der Richtige?

Darth Malgus einer der Protagonisten ziert das Cover.

Doch ich greife vor. Genau genommen setzt das Buch nämlich etwas früher an. Wir lernen wichtige Protagonisten kennen. Darunter Darth Malgus und seine treue Dienerin Eleena (die junge Twi’lek in dem Trailer), die vor dem Angriff ein interessantes Gespräch über die Seiten der Macht, Krieg und ihre gemeinsame Zukunft führen. Richtig gelesen, die gemeinsame Zukunft. Denn was uns der Spieletrailer nicht zeigt: Zwischen dem Sith-Krieger und der jungen Frau besteht eine deutlich tiefere Verbindung. In der Öffentlichkeit ist sie seine Sklavin, die er zu sich holt, wenn ihm nach Gesellschaft ist. Doch wenn die beiden alleine sind, behandelt er sie wie seine Ehefrau und sie spricht ihn mit seinem wahren Namen an.

Zur selben Zeit befindet sich die junge Jedi Ritterin Aryn Leener auf Alderaan. Dort laufen die Friedensverhandlungen zwischen Sith und Jedi auf Hochtouren. Doch die Sith wären nicht die Sith, wenn sie nicht einen Trumpf im Ärmel hätten. Mitten in den Verhandlungen, startet Darth Malgus einen erfolgreichen Angriff auf Coruscant und die höchst machtempfindliche Aryn spürt, wie ihr ehemaliger Meister von der Klinge des Sith durchbohrt wird.

Die junge Jedi schwört Rache und lässt ihre Lehren achtlos hinter sich zurück, um sich auf den Weg nach Coruscant zu machen. Aus Angst, die Friedensverhandlungen zu gefährden, verraten die Jedi Aryn und warnen die Sith vor, mit der Bitte keine ihre Handlungen auf die Jedi zurückzuführen. Sie sucht sich Hilfe bei dem Schmuggler Zeerid Korr, der mit einer Lieferung nach Coruscant seine kompletten Schulden begleichen könnte.

Doch nicht nur Aryn stellt mit ihren Aktionen ihr bisheriges Leben infrage. Während des Kampfes wurde Eleena verletzt und Darth Malgus muss sich eingestehen, dass er die junge Frau nicht nur liebt, sondern dass sie auch eine Schwäche von ihm ist. Gleichzeitig gerät er immer wieder mit anderen Sith-Lords aneinander, die er für ihre politischen Intrigenspiele als Schwächlinge wahrnimmt.

Kämpfe und Emotionen

Die Handlung des Buches spielt sich in wenigen Stunden ab. Der Ausgang ist mehr oder wenig vorherbestimmt und dennoch schafft es Paul S. Kemp eine ungemeine Spannung aufzubauen. Kämpfe sind nicht nur detailliert und rasant, sondern auch angenehm ausgewogen. Des Weiteren symbolisiert das Buch, dass sich die Dunkle Seite der Macht deutlich besser für Kämpfe eignet. Denn Aryn schafft es durch ihren Zorn und ihre Rachegelüste mit den Sith im Kampf mitzuhalten und beginnt immer dann zu schwächeln, wenn die Helle Seite in ihr stärker wird.

Aber nicht nur die  Kämpfe überzeugen in diesem Werk – es sind die Emotionen und Motivationen der Figuren: Die Zweifel, die sich in jedem regen und sich durch die Gedanken schlängeln. Sorgen, Wünsche und Erkenntnisse über sich selbst prägen die Charaktere und heben sich damit stark von den schlichten schwarz-weiß gezeichneten Welten ab. Die junge Jedi gibt sich immer wieder ihren negativen und positiven Gefühlen hin, während der Sith nicht nur die Fähigkeit zu Liebe zeigt, sondern auch Gnade und Respekt gegenüber anderen beweisen kann (wenn er will).

Besonders gerne habe ich die Passagen aus Darth Malgus Sicht gelesen. Nicht nur, weil er der Grund für den Buchkauf war, sondern auch weil er ein überraschend tiefgründiger Charakter ist. Erscheint er im Trailer wie ein Monstrum, das in die schützenden Mauern der Jedi-Welt einbricht, offenbart sich im Buch eine Charaktertiefe, die eine ungeahnte Sympathie in mir weckte. Mir gingen seine Gefühle, insbesondere sein Schmerz, sehr nahe. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, es wäre anderes gelaufen, damit es Darth Malgus besser geht. Doch dann wäre das Buch nicht so umwerfend, wie es jetzt ist.

Fazit

Star Wars: The Old Republic – Betrogen gehört eindeutig mit zu den besten Star Wars-Büchern. Charaktere – Haupt- wie Nebenfiguren – sind überzeugend, ergreifend und lebendig. Kämpfe, Philosophien über die Macht, zwischenmenschliche Beziehungen und die Probleme des Lebens runden das Ganze ab. Ein Pflichtkauf.
 
Wie bewerten wir? Lest es hier nach.
 
Star Wars the Old Republic Betrogen
Autor: Paul S. Kemp
Verlag: Panini
Taschenbuch: 352 Seiten

Star Wars The Old Republic: Betrogen

Price: EUR 12,99

4.4 von 5 Sternen (38 customer reviews)

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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