Die Konstrukteure


Unter dem Namen Prometheus geht die Reihe Leben und Tod weiter. Wie der Name es bereits vermuten lässt, stehen dieses Mal die Konstrukteure im Mittelpunkt. Ob Dan Abnett und Andrea Mutti das Potenzial des ersten Bandes geschickt nutzen oder in den Sand setzen? Das erfahrt ihr in dieser Rezension.

Die Geschichte geht weiter

Der zweite Band der Leben und Tod-Reihe setzt genau da an, wo der erste Teil endete. Die für mich teils noch immer schwer unterscheidbare Marine-Crew hat sich aufgeteilt. Die deutlich größere Gruppe befindet sich auf dem fremden Raumschiff und versucht, dieses unter ihre Kontrolle zu bekommen. Dies mag auch für die ersten Minuten gelingen, aber leider wurde bei dem Kampf um das Schiff ein Teil des Schiffes beschädigt, aus dem nun “Fruchtwasser” läuft.

Schneller als den Marines lieb ist, werden diese mit einem Konstrukteure bzw. Ingenieur konfrontiert, der das Schiff wieder an sich reißt und den Planeten LV-223 ansteuert. Dort bemüht sich die leicht dezimierte Mannschaft, sich nun mit Hilfe eines Signals zu ihren Kameraden, der anderen Hälfte der Marine-Crew, durchzuschlagen. Dabei geraten sie mitten in das Jagdgebiet der Xenomorphs und erhalten unerwartete Hilfe.

Leben und Tod: Prometheus ist ein Comic, der sehr dicht gepackt ist. Der Leser hat kaum Zeit, Atem zu holen oder sich den Charakteren anzunähren. Zwar gibt es einzelne Individuen, die durch kleinere Merkmale ein bisschen mehr Persönlichkeit zeigen, aber schlussendlich bleiben sie alle blass und austauschbar. Bereits im ersten Band viel es mir schwer, die Charaktere auseinanderzuhalten. Dieses Mal fiel es mir zwar schon deutlich einfacher, aber das lag nicht an den Zeichnungen selbst, sondern an der um ein Vielfaches kleineren Gruppe und äußerlichen Unterschieden. Zum Ende hin wird das Tempo der Story nochmal deutlich angezogen und erzeugt damit eine gewisse Spannung.

Nicht nur der Konstrukteur macht den Menschen zu schaffen. (© Cross Cult)

Konstrukteur, Xenomorph und Predator

Zeichnerisch ist der Comic okay. Die Gesichter hätten zwar manchmal ruhig ein wenig mehr Aufmerksamkeit verdient, aber jegliches außerirdisches Leben wurde sehr geschmackvoll in Szene gesetzt. Farbtechnisch wurde dieses Mal sehr viel mit kalten und warmen Farben gearbeitet, um die Atmosphäre der jeweiligen Szene deutlich zu untermalen. Die Actionszenen wirken dieses Mal deutlich ruhiger und übersichtlicher, ohne dabei besonders herauszustechen.

Der Konstreukteur ist für mich noch immer eine Wesenheit, die mich nicht wirklich begeistern kann, mich teils sogar in diesem Universum stört. Diese Abneigung spürte ich auch deutlich in diesem Comic, wenn schon nach wenigen Panels der Konstrukteur von den Menschen – meines Erachtens grundlos – als Gottheit beschrieben wird. Soviel hat er dann nun auch nicht gemacht, zumal sie den Predators in ihrem ähnlich imposantem Auftreten und Handeln in gleichem Maße hätten begegnen müssen. Doch nun gut. Ich denke, Personen, die dieser Wesenheit mehr Begeisterung oder Sympathie entgegen bringen, werden mit der Darstellung in diesem Comic ganz zufrieden sein.

Die Xenomorphen sind in diesen Band nur recht kurz zu sehen und dienen mehr als Einführung für andere Personen, daher ist es schwierig, viel zu diesen zu sagen. Das Design unterscheidet sich wie üblich ein wenig von anderen. Besonders auffällig fand ich die recht großen Augen, die etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen, aber durchaus passabel sind. Die Bewegungen der Aliens wurden gut in den einzelnen Panels festgehalten und das Gefahrenpotenzial dieser Kreaturen in kürzester Zeit deutlich gezeigt.

Neben diesen beiden Spezies dürfen wir auch wieder einen Predator bewundern, der dem einen oder anderen bereits bekannt sein dürfte. Im Gegensatz zum vorherigen Band erfüllt dieser Predator wieder das Bild des perfekten Jägers und ist für mich, trotz recht kurzer Auftritte, die sympathischste Figur in diesem Band.

Fazit

Leben und Tod: Prometheus führt die Geschichte des ersten Bandes angemessen weiter, schwächelt aber noch an den gleichen Stellen, sodass noch immer viel Potenzial nach oben offen ist. Das Werk hat mich gut unterhalten. Insbesondere zum Ende hin hat der Comic noch gut Spannung aufgebaut. In diesem Sinne freue ich mich schon auf den dritten Band und die damit verbundenen Aliens.

 

Was bedeutet diese Wertung? Das erfahrt ihr nach nur einem Klick.

 
Leben und Tod: Prometheus
Autor: Dan Abnett
Zeichner: Andrea Mutti
Verlag: Cross Cult
Taschenbuch: 104 Seiten

Leben und Tod: Prometheus

Price: EUR 15,00

5.0 von 5 Sternen (1 customer reviews)

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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