The Thing on the doorstep


Das Ding auf der Schwelle, Folge 78 des Gruselkabinetts, nach dem gleichnamigen Werk von H. P. Lovecraft, berichtet jene Ereignisse, die Daniel Upton dazu bewogen, seinen langjährigen Freund Edward Pickman Derby zu erschießen.

1933 : Es regnet. Daniel Upton (Helmut Winkelmann) sucht in den frühen Morgenstunden die Nerven-Heilanstalt von Arkham auf. Er ist aufgebracht und versucht alles, um noch Zutritt zu der Zelle seines Freundes Edward Pickman Derby (Peter Lontzek) zu erhalten. Zum Entsetzen des gütigen Personals nutzt Upton die Gelegenheit, um gleich mehrmals auf den hilflosen Patienten zu schießen und damit zu töten.

Des Mordes angeklagt, wird Upton von seinem Sohn Eddy aufgesucht, der ihm als Anwalt zur Seite gestellt wurde. In recht freundlichem Plauderton beginnt Upton über seine Freundschaft mit Derby zu reden. Wie sich ihre Wege kreuzten und wie sich alles änderte, als Derby die aus Innsmouth stammenden  Frau Asenath Waite in sein Leben lässt und später heiratet. 

Wer das Hörspiel Der Fall des Charles Dexter Ward kennt, wird einige Parallelen zwischen den beiden Hörspielen feststellen, die durch eine weitaus längere Erzählspanne beim Lesen der Erzählungen nicht unbedingt auffallen. Die Sprecher sind wie üblich talentiert, jedoch liegt die Stärke des Hörspiels bei den beiden Protagonisten. Helmut Winkelmann als Upton und somit auch als Erzähler, der anfänglich einem Märchen-Onkel gleicht, und Peter Lontzek als Derby, der die verschiedenen Geisteszustände des jungen Manns einfängt. 

Interessanterweise kommt Asenath nie zu Wort. Ein Fakt, der mir erst auffiel, als ich ein Blick auf die Sprecherliste warf. Somit bleibt sie nur ein kaum greifbarer Schatten, der durch die Erzählungen von Upton eine unförmige Gestalt annimmt. 

Elegant gelöst sind die Übergänge zwischen den zeitlichen Ebenen. Während Daniel Upton noch erzählt, beginnt die Geräuschkulisse sich bereits der Erzählung anzupassen. Leise wiederholt Edward Pickman die Worte, die sein Freund vorher aus seiner Erinnerung heraus wiedergibt, bevor der Erzähler gänzlich verstummt und der Hörer sich erstmal in der Vergangenheit befindet, um den Grund für den Mord Stück für Stück zu erfahren. 

Wie in Lovecrafts Kurzgeschichten üblich, gibt es hier und da Anspielungen auf den Mythos, welche leider an dem ein oder anderen Hörer vorbeigehen werden.

Fazit

Ein sehr empfehlenswertes Hörspiel, bei dem höchstens die Abweichung der Rahmenhandlung als Makel angesehen werden könnte, ich persönlich aber als völlig okay betrachte. Wer sich sicher ist, dass er die Geschichten von Lovecraft  mag und auch an anderen Hörspielen des Gruselkabinetts Gefallen findet, dem empfehle ich, die dritte Gruselkabinett Box zu kaufen, in der sich neben Das Ding auf der Schwelle, Pickmans Modell und Der Tempel befinden. Hinzukommt die Bonus-CD Sherlock Holmes – Im Schatten des Rippers

Was bedeutet diese Wertung? Das erfahrt ihr nach nur einem Klick.
 
Das Ding auf der Schwelle
Autor: H. P. Lovecraft
Laufzeit: ca. 55 Minuten
Verlag: Titania Medien

Gruselkabinett – Folge 78: Das Ding auf der Schwelle.

Price: EUR 7,99

4.5 von 5 Sternen (30 customer reviews)

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games

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