Eine Weihnachtsgeschichte


Bald ist, oh Überraschung, wie jedes Jahr Weihnachten. Eine der berühmtesten Geschichten, die zu dieser Zeit spielen, ist Eine Weihnachtsgeschichte beziehungsweise A Christmas Carol von Charles Dickens. Eine passende Gelegenheit also, um sich die Hörspielumsetzung von Holysoft Studios Ltd. anzuhören.

Der geizige, verbitterte Ebenzer Scrooge (K. Dieter Klebsch) verachtet Weihnachten und die damit verbundenen Gefühle und Mildtätigkeiten. Doch in dieser einen Nacht soll alles ganz anders werden! Denn sein verstorbener Geschäftspartner Jacob Marley (Bert Franzke) sorgt dafür, dass ihn drei Geister heimsuchen.

Wie ein Märchenonkel berichtet der Erzähler (Jürgen Kluckert) mit sanfter musikalischer Untermalung von Ebenzer Scrooge, der trotz der winterlichen Kälte auf Kohle zum Heizen verzichtet. In wenigen Szenen wird Scrooge als ein hartherziger und verbitterter Mann charakterisiert. Er schlägt die Einladung seines Neffen Fred (Kim Hasper) aus, will den Armen in der kalten Zeit nicht beistehen und droht seinem treuen Buchhalter Bob Cratchit (Peter Flechtner) mit Entlassung.

In seinem Heim wird der garstige Mann von seinem verstorbenen Partner Marley heimgesucht. Dieser kündigt ihm drei Geister an: die Geister der jeweils vergangenen, gegenwärtigen und künftigen Weihnacht. In einer einzigen Nacht durchlebt Scrooge eine Reise, die ihm einen Spiegel vors Gesicht hält, dem er nicht ausweichen kann.

Holysoft Studios Ltd. arbeitet mit talentierten und bekannten Synchronsprechern zusammen, die dem klaren Klang des Hörspiels zugutekommen. Doch bekannt zu sein sagt zuweilen nur wenig über die tatsächliche Eignung für eine bestimmten Rolle aus. So klingt K. Dieter Klebsch zwar listig und hämisch, aber nicht wie ein garstiger, verbitterter, alter Mann. An einigen Stellen wirkt er sogar recht freundlich, sodass nur seine Wortwahl dann noch den richtigen Weg zu weisen vermag.

Dafür passen die Stimmen der Geister um so besser. Der Geist der vergangenen Weihnacht, gesprochen von Wolfgang Bahro, hat einen angenehmen Wiederhall in der Stimme, der das Bild der Schatten der Vergangenheit unterstreicht. In brummigen Ton mit sanfterem Nachhall spricht der Geist der gegenwärtigen Weihnacht (Eckart Dux), während der Geist der künftigen Weihnacht stumm bleibt. Jeder Geist hat außerdem seinen eigenen Ton, der erschallt, sobald die Szene in der entsprechenden Zeit wechselt. So erklingen zarte Glocken, wenn der Geist der vergangenen Weihnacht von der Schulzeit zur Lehrzeit springt.

Hinzu kommen selbst für kurze Nebenrollen geeignete und begabte Synchronsprecher, die eine durchgehende Qualität gewährleisten würden, wenn nicht manch einem Sprecher die Emotionen seines Charakters offensichtlich nicht bekannt sind und sie nicht einzufangen vermag. 

Handlungstechnisch bleibt das Hörspiel seiner Vorlage treu, galoppiert jedoch durch die Ereignisse, die jene Geister Scrooge zeigen, und schenkt dem Ende entsprechend mehr Zeit. Gestört hat mich das Tempo als Kennerin der Geschichte nicht, bietet jedoch Hörern ohne Vorkenntnisse kaum genügend Details und Zeit, um sich jede Szene im Kopf gänzlich auszumalen.

Fazit

Holy Klassiker Folge 12: Eine Weihnachtsgeschichte ist in allem ein recht angenehmes und qualitätsvolles Hörspiel, welches jedem gefallen wird, dem die Geschichte von Dickens zusagt. Für einen besinnlichen Abend ohne viel Spannung ist es eine empfehlenswerte, akustische Umsetzung des Klassikers. 

Wie bewerten wir? Lest hier nach.

 

Holy Klassiker Folge 12: Eine Weihnachtsgeschichte
Autor: Charles Dickens
Laufzeit: 1:05:51
Verlag: Holysoft Studios Ltd

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Jasmin Dahler

Jasmin Dahler

Lebt in der Welt der Superhelden. Gut eigentlich in der Welt der Superschurken. Egal ob Comics, Games oder Filme, alles wird leidenschaftlich konsumiert.
Hauptthemen: Comics, Hörspiele, Games